Aachen - Flickwerk im besten Sinne: In diesem Haus bleibt niemand allein

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Flickwerk im besten Sinne: In diesem Haus bleibt niemand allein

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Fast zehn Jahre nach der ersten Idee jetzt Realität: Das erste Aachener „PatchWorkHouse“ an der Schopenhauerstraße wurde offiziell eingeweiht. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Patchwork“ heißt übersetzt so viel wie „Flickwerk“ oder „Stückwerk“. Viele kleine Flicken ergeben gemeinsam ein großes Werk. So ähnlich funktioniert auch das Zusammenleben im ersten „PatchWorkHaus“ in Aachen, das in der Schopenhauerstraße Einweihung feierte.

Richtfest war bereits am 26. August 2016. Genau ein Jahr später wurden noch die letzten Kartons und Kisten in den neuen Wohnungen ausgeräumt.

Die Idee zu dem „PatchWorkHaus“ entstand Ende 2008. Nach einer langen Phase der Entwicklung gründete eine Gruppe engagierter Menschen den Verein „PatchWorkHaus – gemeinsam leben.“ Ziel des Vereins ist es, solidarische, alternative, selbstbestimmte und zeitgemäße Wohnformen zu fördern und zu verbreiten. „Wir mussten natürlich erstmal ein geeignetes Grundstück finden, das hat schon ein paar Jahre gedauert. 2014 kauften wir den jetzigen Platz und nach dem Abriss begannen 2016 die Bauarbeiten“, erzählte Petra Peikert, Vorstandsmitglied von „PatchWorkHaus.“

Auf 2500 Quadratmetern Grundfläche und 1117 Quadratmetern Wohnfläche sind in den letzten Monaten 19 Wohnungen, eine Gemeinschaftswohnung sowie ein Gästeappartement entstanden, die zwischen 47 und 120 Quadratmetern Wohnraum bieten. „Einziehen können hier nur Menschen, die auch Genossenschaftsmitglied des Vereins sind. Alle Wohnungen sind bereits vermietet und von einem Dreivierteljahr bis Mitte 70 ist altermäßig jede Generation vertreten“, ergänzte Peikert.

Das Besondere an dem Projekt ist, dass es im Ganzen einfach nachbarschaftlicher und persönlicher zugeht. Man weiß, wer neben einem wohnt, und das nicht nur vom Klingelschild her. Die Verantwortlichen schauten vorab ganz genau, wer in die Gemeinschaft passt, denn neben einer entspannten Nachbarschaft gibt es auch Pflichten, wie Peikert berichtete: „Alle Arbeiten, die anfallen, erledigen wir selbst. Das kann man sich wie in einem Einfamilienhaus vorstellen. Garten, die Außenanalagen oder auch kleinere Reparaturen werden von den Bewohnern selbst gemacht.

Zwei Mal im Monat gibt es einen Arbeitssamstag, jeder hilft in dem Maße mit, in dem er mithelfen kann.“ Gesellschaftliche Isolation wird vermieden und Generationen werden zusammengebracht. Die Idee kommt an. Die Einweihungsfeier, die durch Tanz und Trommeln von „Kotaku“ eröffnet wurde, war lebendig und bunt. Kinder tobten im Garten, es gab Führungen durch das Haus und ein kleiner Film dokumentierte den Schaffungsprozess angefangen von der Idee bis hin zum fertigen Objekt.

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