Flickenteppich reißt nach Frost wieder auf

Von: Robert Esser
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Schaden für Räder, Reifen und Felgen: Viele neue Schlaglöcher - teils bis zu zehn Zentimeter tief und groß wie Gullideckel - bereiten vielen Verkehrsteilnehmern nach der frühen Frostperiode Sorgen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Kaum ist der erste Schnee geschmolzen, klaffen vielerorts schon neue gefährliche Löcher im Asphalt. Der frühe Frost sprengt Straßenbeläge und sogar Bürgersteige. Am Theaterplatz stolpern Fußgänger über lose Bodenplatten.

Und Autofahrer müssen sich angesichts Gullideckel-großer und bis zu zehn Zentimeter tiefer Schlaglöcher Sorgen um Reifen und Felgen machen. An manchen Stellen - zum Beispiel entlang der Salierallee, am Suermondtplatz, auf der Bismarckstraße und an der Heinrichsallee - lugt sogar das historische und längst unter Teer begrabene Kopfsteinpflaster zwischen aufgerissenen Straßenfetzen hervor.

Ein kaum zu kittender Flickenteppich

Schnelle Abhilfe ist nicht in Sicht. Bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt kann die Straßenbaukolonne des Stadtbetriebs den Flickenteppich kaum kitten. Zumal die Zahl der Löcher, Spalten und Risse stetig steigt. Schon für die kommenden Tage ist der nächste Schneefall prognostiziert.

„Wir benötigen trockenes Wetter und Plusgrade, um die Schlaglöcher solide zu verfüllen”, erklärt Rita Klösges vom Presseamt. „Sonst ist das Loch schon nach dem nächsten Schneefall wieder offen.”

Fachabteilung nicht erreichbar

Im vergangenen Winter stopfte die schnelle Einsatztruppe der Stadt angeblich bis zu 75 Löcher - pro Tag. Fünf sogenannte „Straßenbegeher” protokollieren unterdessen ganzjährig die Schäden auf täglichen Patrouillen durch die Stadt.

Wann die zuständige Fachabteilung namens „Brückenbau und Straßenunterhaltung” mit den dringend erforderlichen Arbeiten beginnt, ist völlig offen. Am Montag war dort - sogar für Kollegen der Stadtverwaltung - niemand telefonisch erreichbar. Dabei gibt es eigentlich eine offizielle Service-Hotline, über die jeder kaiserstädtische Bürger in Aachen Straßenschäden, Risse, lose Gehwegplatten und natürlich gefährliche Löcher im Asphalt melden kann: 0241/43218666.

Wenn die Witterung in den nächsten Wochen eine Ausbesserung der Straßenschäden nicht erlaubt, sollen laut Presseamt niedrige Tempolimits die Autofahrer vor den Rumpelstrecken warnen. So wie vergangenes Jahr am Boxgraben zwischen der Kreuzung Mozartstraße und Marschiertor. Dort galt plötzlich das Limit 20 statt der üblichen 50 Stundenkilometer. Der Grund: Für Schäden, die arglosen Autofahrern an ihren Karossen aufgrund tiefer Schlaglöcher auf Aachener Straßen entstehen, könnte die Stadt in Regress genommen werden.

Die Rechnung kommt noch

Dabei kostet die Asphaltkosmetik nach den langen Frostperioden laut Stadtbetrieb sowieso eine Menge Geld. Wie viele tausend Euro die Straßenreparaturen bereits nach der kalten Jahreszeit 2009/2010 gekostet haben, konnte das Presseamt am Montag allerdings nicht herausfinden. Die verwaltungsinternen Nachforschungen nach dem entsprechenden Zahlenmaterial laufen noch. Verkehrsteilnehmer sollten sich auf unruhige Zeiten einstellen, hieß es. Und auf Rumpelstrecken. Glatte Straßen sind vielerorts eine Erinnerung an vergangene Tage - und der Winter hat gerade erst begonnen...
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