„FlicFlac“ brennt auf heiße „Firetage“

Von: Matthias Hinrichs
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Mit der Präzision eines Uhrwerks: Wie ein überdimensionaler mechanischer Zeitmesser bewegen sich die acht Artisten aus der Ukraine beim „Workout“ auf und im doppelstöckigen Stahlgerüst. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die „schönen Firetage“ sind längst nicht eingekehrt, da brennt‘s im Manegenrund auf dem Bendplatz an allen Ecken – und dann steht auch noch der seltsame Hut des seltsamen Herrn im schwarzen Anzug lichterloh in Flammen!

Wer den Schaden hat, braucht auf den ersten Probenapplaus nicht lange zu warten. Zumal Mr. Steven Rawlings von den britischen Inseln sich hier und da in jedem Sinn auch noch ein bisschen die Finger verbrennt, als er einen kleinen Vorgeschmack auf gar köstliche Scharaden serviert. Aber dann: Der quirlige Comedian wirbelt seine drei lodernden Fackeln in atemberaubendem Tempo, wie ein wahrer Feuerteufel durch die Lüfte – und jongliert dabei, von wegen „Firetage“, im feinsten Denglisch-Kauderwelsch auch noch pausenlos mit frechen Sprüchen.

„Liebe Kinder, ihr solltet diese Nummer auf gar keinen Fall daheim ausprobieren – besser in der Schule!“ Mr. Rawlings hat sich im Bühnenrund indessen längst häuslich eingerichtet. Vor ihm steht ein winziger Tisch mit einem Blumenstrauß nebst Stuhl. Diesmal vergreift der Mann sich mal nicht im Ton, sondern an sämtlichen Requisiten gleichzeitig, schleudert Tisch, Stuhl und Strauß blitzschnell durcheinander – um am Ende wieder Platz zu nehmen, als wäre nichts geschehen. Einziger Kommentar: „Diese Nummer ist auch schon seit 60 Jahren nicht mehr gezeigt worden – weil sie so schlecht ist . . .“

Von wegen. Das buchstäblich brandneue Programm der „FlicFlac“-Truppe dürfte die Herzen ab Freitag quasi im Feuersturm erobern. Auf die Jongleure der Pressekameras springt der Funke der Begeisterung jedenfalls ruckzuck über, als Oliver Große, Assistent des „Firetage“-Regisseurs Thomas Bruchhäuser, ein paar „Highlights“ im exklusiven Angebot präsentiert.

Allen voran die acht muskelbepackten Artisten aus der Ukraine, die den Gesetzen der Schwerkraft im doppelstöckigen Stahlgerüst mit grandioser Körperkunst ein Schnippchen nach dem anderen schlagen. Ihre Choreografie kommt dabei auch im Wortsinne mit der Präzision eines Uhrwerks daher. Dabei kommen die Jungs durchaus von der Straße, haben mit ihrer Reck- und Barren-Performance „Workout“ nach einer Casting-Show in Kiew gerade einen sensationellen internationalen Siegeszug als turnende Tausendsassas angetreten.

Während die Herren mit den tarzan-tauglichen bloßen Brustkörben durch wahrlich verblüffende Körperbeherrschung brillieren, haben ihre Techniker-Kollegen übrigens den ersten echten Stresstest vor dem Fest bestanden. „Das riesige Gerüst ist ohne Rollen angeliefert worden“, seufzt Zirkus-Sprecher Sascha Freudrich, „die haben wir gerade erst angeschweißt.“ Dennoch: „Auch wenn das Wetter uns beim Aufbau schwer zu schaffen gemacht hat – wir halten den Zeitplan ein.“

Perfektes Timing beweisen die Athleten ohnehin. So wie Diabolo-Dompteur Pierre Marchand aus Frankreich, der seine Wurfgeräte als virtuoser Strippenzieher in Sachen Luftakrobatik der anderen Art direkt unter die 20 Meter hohe Zeltkuppel katapultiert – bis ein verblüfftes „Das gibt‘s doch nicht“ aus den – noch – spärlich besetzten Rängen vernehmlich wird.

Gibt‘s eben doch. Was übrigens auch für die Tickets zum rasanten FlicFlac-Gastspiel gilt, das bis 4. Januar mit rund 60 Artisten aus 15 Ländern auf dem Bendplatz zu erleben ist. „Zahlreiche Karten sind noch erhältlich“, versichert Freudrich. Und wenn es dem Premierenpublikum ein ums andere Mal heiß und kalt wird, kann‘s am Klima im „Festzelt“ jedenfalls nicht liegen, weiß der Pressechef. Denn das soll dank modernster elektronisch gesteuerter Ventilatoren genauso daherkommen wie die „FlicFlac“-Akteure selbst: technisch perfekt.

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