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„Fleischgewordene Narrenkappe“ von der Börjerwehr ausgezeichnet

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Jecke Auszeichnung: AZ-Mitarbeiter Gerd Simons erhielt vom Kommandanten der Oecher Börjerwehr, Michael Hommelsheim, und von Tanzmariechen Nana Mickisch die Jupp-Schollen-Plakette. Foto: Martin Ratajczak
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Jeckes Jubiläum: Zum elften Mal enthüllte die Oecher Börjerwehr am Sonntag ihren „Trööetemann“. Mit dem 2,50 Meter großen und acht Kilo schweren „staatsen Keäl“ aus Pappmaché lassen die Karnevalisten seit dem Jahr 2004 einen Brauch aus dem 16. Jahrhundert wieder aufleben. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Brillant verlief die Eröffnung der Karnevalssession bei der Stadtwache Oecher Börjerwehr mit der nun bereits närrisch elften Trööetemann-Enthüllung im Kapuziner-Karree. Dabei blieb es dem designierten Prinzen Karneval Bernd I. Marx vorbehalten, den 2,50 Meter großen und acht Kilo-gramm schweren, „staatsen Keäl“ aus Pappmaché zu enthüllen.

Im Jahr 2004 hatte die Börjerwehr diesen aus dem 16. Jahrhundert stammenden Brauch wieder aufleben lassen. Doch der närrischen Symbolfigur ist nur ein kurzes Leben beschieden, findet doch in der Nacht zum Aschermittwoch ihre Verbrennung statt.

Für den neuen Börjerwehr-Kommandanten Michael Hommelsheim war diese Enthüllung, die von einem exzellenten Rahmenprogramm aus den eigenen Reihen begleitet wurde, eine Premiere, die er redegewandt und mit Bravour meisterte. Bernd I. in spe sah es als eine besondere Ehre an, dass er auch an Hommelsheim die Kommandantenkette und das Zepter überreichen durfte, die die Börjerwehr gestiftet und Harry Ebert gefertigt hatte.

Zum Höhepunkt aber wurde die seit 1983 jährlich vorgenommene Verleihung der Jupp-Schollen-Gedächtnis-Plakette, mit der nur Personen ausgezeichnet werden, „die sich im Aachener Karneval sehr, sehr verdient gemacht haben“. In diesem Jahr erhielt sie Gerd Simons, seit Jahren redaktioneller Mitarbeiter unserer Zeitung. „Ich bin da so stolz drauf“, war die erste Reaktion des Geehrten. Er sei eine „stadtbekannte und unverzichtbare Person und eine Stimme für Aachen“, sagte Otto Trebels in seiner Laudatio. Und Wilm Lürken, Präsident des Festausschusses Aachener Karneval (AAK), bescheinigte ihm, dass er bis heute als „fleischgewordene Narrenkappe“ ein Begriff sei.

Obwohl er nur vom Vater her Aachener Gene in sich hat, wurde er in der karnevalsjecken Familie von Kindesbeinen an auf die richtige Spur gebracht. Mit acht Jahren nahm er mit der KGS Reumontstraße zum ersten Mal an einem Kinderzug teil. Verkleidet waren die Schüler damals als junge Sportler, die „gegen Werbung im Sport“ protestierten. Im gleichen Alter ging der wortgewandte Gerd Simons auch schon bei der Närrischen Garde in die Bütt.

Folgerichtig startete er als kaum 20-Jähriger seine Rundfunklaufbahn beim Radio „Distel“ in Eupen. 1984 folgte das „Studio M“ im Burtscheider Marienhospital, 1986 das Studio Kelmis. Von 1992 bis 2010 war er freier Reporter bei Radio Aachen, und er rief im Jahr 2000 Europas ersten Karnevalssender „Radio Alaaf“ ins Leben. Doch er kann nicht nur unterhaltsam sprechen, sondern ebenso schreiben. So ist er, neben weiteren Medien, seit 1987 mit dem Schwerpunkt Karneval freier Mitarbeiter der Aachener Zeitung, tummelt sich darüber hinaus auch im Online-Magazin „Oche Alaaf“. Dem nicht genug.

Sein soziales Engagement ist ebenso beachtlich. Von 1996 bis 2006 moderierte er die Benefiz-Galas der Stammtischfreunde Öcher Fastelovvend, gab sechs Benefiz-CDs „Öcher Fastelovvends-Hits“ heraus, von denen die erste bereits zigtausend Euro Spendengelder erbrachte, mit denen der Förderkreis Schwerkranke Kinder und die Helmut-Strack-Stiftung unterstützt wurden. Es folgten drei Benefiz-CDs mit „Öcher Weihnachts-Hits“ und seit elf Jahren das Weihnachtssingen der Aachener Karnevalisten auf dem Weihnachtsmarkt.

Das unterhaltsame Rahmenprogramm der Börjerwehr begeisterte unter dem Motto „Börjerwehr än Kejser Karl rocken d‘ Öcher Karneval“ nicht nur mit vereinseigenen Kinder- und Jugendabteilung, sondern auch mit einer tollen Mottoshow und der instrumentalen Begleitung des Musikzuges.

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