Fleischer-Innung Aachen-Stadt feiert 125-jähriges Bestehen

Von: Christoph Classen
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Sorgen auch künftig für guten Geschmack: die neuen Fleischerei-Fachverkäuferinnen und die losgesprochenen Gesellen mit den Obermeistern Wolfgang Flachs (rechts) und Rainer Wilms. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Auf Frischfleisch ist die Fleischer-Innung Aachen-Stadt auch 125 Jahre nach ihrer Gründung noch angewiesen. Und zwar in jedem Sinne. Wolfgang Flachs und Rainer Wilms war die Freude über den Nachwuchs jedenfalls deutlich anzusehen.

Bei der gemeinsamen Lossprechungsfeier der Fleischer-Innungen Aachen-Stadt und Aachen-Land übergaben die beiden Obermeister den erfolgreichen Absolventen von Verkäufer- und Gesellenprüfungen entsprechende Urkunden.

Blick in die Zukunft

Es war gewissermaßen ein Blick in die Zukunft der Branche, die bei der feierlichen Veranstaltung im Ludwig Forum gewährt wurde. Die Tradition kam dabei aber keineswegs zu kurz. Denn es gab gleich zwei Gründe zu feiern. Neben den Loszusprechenden wurde auch auf das 125-jährige Bestehen der Fleischer-Innung Aachen-Stadt angestoßen. Und so konnte Rainer Wilms eine ganze Schar von Ehrengästen begrüßen. Bevor die aber zum Zug kamen, gratulierte Wilms, Obermeister der Fleischerinnung Aachen-Land, den Kollegen aus der Stadt selbst herzlich.

Bürgermeisterin und OB-Kandidatin Hilde Scheidt (Grüne) dankte den Fleischern dafür, dass sie auch noch heute so viele junge Menschen ausbildeten. Das sei nicht selbstverständlich. Hans Körfer, stellvertretender Landrat des Kreises Aachen, und Kreishandwerksmeister Hans Winnen gratulierten dem Fleischernachwuchs zur bestandenen Prüfung. Dieter Philipp, Präsident der Handwerkskammer, bewies auch Kenntnisse, was die Historie der Aachener Innung angeht. Nach der Gründung 1884 habe sie sich bereits zwei Jahre später entschlossen, „sogar die Burtscheider Innung aufzunehmen.” Nach den Weltkriegen hätten die Fleischer die Aachener auch in schweren Zeiten versorgt.

Für Wolfgang Flachs durfte es dann noch ein bisschen mehr sein. Selbst eingefleischte Experten lernten bei der Rede des Obermeisters noch etwas dazu. Flachs sagte, dass das deutsche Fleischerhandwerk mit 1500 Artikeln konkurrenzlos vielfältig sei und das das Wissen um die Rezepturen von Fleisch und Wurst sogar als immaterielles Kulturgut bei der Unesco verbrieft sei.

Kritik an Discountern

Weder Fisch noch Fleisch mag Flachs oft im Angebot von Discountern, Fastfood-Gastronomie und Tankstellen erkennen. „Unsere Gegner sind nicht die Fleischfachgeschäfte in der Nachbarschaft”, verdeutlichte der Obermeister.

Dann konnte Flachs noch ganz besondere Ehrungen vornehmen: Kollegen, die vor 50 Jahren ihre Meisterprüfung bestanden hatten, wurde der Goldene Meisterbrief ausgehändigt.
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