Flasche auf Kopf zertrümmert: Schlägereien immer brutaler

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
„Die Zahl der Fälle nimmt zu
„Die Zahl der Fälle nimmt zu, die Gewalt wird roher”: Polizeisprecher Paul Kemen.

Aachen. Wer einem eine Bierflasche mit solcher Wucht auf den Schädel schlägt, dass sie zerplatzt, der hat alle Hemmschwellen überschritten. Denn dann ist der Weg nicht mehr weit von der Körperverletzung zum Totschlag.

„Das kann lebensgefährlich sein”, sagt Polizeisprecher Paul Kemen, „manchen Leuten ist überhaupt nicht bewusst, was das für Folgen haben kann.” Oder sie sind nicht mehr genügend bei Bewusstsein, um die Folgen ihrer Taten abschätzen zu können. Denn: „Fast immer in solchen Fällen spielt Alkohol eine entscheidende Rolle.”

Hintergründe noch unklar

Am Wochenende gab es einen solchen Fall am Kapuzinergraben, bei dem glücklicherweise die Flasche am Kopf zerbrach und nicht umgekehrt. Wieder einmal, muss man sagen. Denn die Polizei verzeichnet zurzeit laut Kemen einen Anstieg bei den brutalen Schlägereien. In besagtem Fall waren am frühen Samstagmorgen gegen 1.50 Uhr zwei Gruppen aneinandergeraten. Zuerst flogen verbal die Fetzen, dann die Fäuste, dann zerplatzte eine Bierflasche auf einem Kopf. Sechs Personen waren an der Schlägerei beteiligt, der Täter ist flüchtig. Die Hintergründe sind laut Polizei noch unklar.

Die Nacht zum vergangenen Samstag ist im Übrigen beispielhaft für die steigende Zahl brutaler Schlägereien auf Aachens Straßen. Denn allein zwischen 1.45 und 4 Uhr zählten die Beamten vier Fälle. Kurz vor der Auseinandersetzung am Kapuzinergraben gerieten sich am Friedrich-Wilhelm-Platz vier stark alkoholisierte Männer in die Haare. Es wurde zugeschlagen und getreten, den genauen Tathergang und den Grund für die Schlägerei muss die Polizei noch klären.

Gegen 2.20 Uhr ging es dann am Puppenbrunnen besonders heftig zur Sache. Anwohner alarmierten die Polizei, weil sie laute Schreie gehört hatten. Als die Beamten eintrafen, fanden sie zwei Männer mit erheblichen Verletzungen. Einer lag mit einer Schnittwunde im Stirnbereich auf dem Boden. Sein Begleiter hatte eine Platzwunde am Hinterkopf und massive Verletzungen im Mundbereich, auch die Zähne waren in Mitleidenschaft gezogen worden. Beide wurden mit dem Rettungswagen ins Klinikum gebracht. Zeugen sprachen von zwei Tätern, einer soll mit einer Schnapsflasche zugeschlagen haben. Beide sind flüchtig.

Nur ein Täter trat um kurz vor 4 Uhr in der Pontstraße in Erscheinung, und der ist der Polizei auch bekannt. Er hatte einen zunächst verbalen Streit mit einem brutalen Kopfstoß beendet. Vier Fälle binnen zwei Stunden - eine solche Häufung ist laut Kemen zwar ungewöhnlich, steht aber für einen besorgniserregenden Trend. „Die Zahl der Fälle nimmt zu, und die Gewalt wird roher.” Und meist sind die Täter jung, alkoholisiert, enthemmt und äußerst aggressiv. Kemen: „Diese gefährliche Kombination haben wir fast immer.”
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