„Flame for peace“: Jeder der 3000 Kilometer steht für den Frieden

Von: Svenja Pesch
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Sie tragen die Verantwortung für den Frieden von morgen: Die Schlussetappe legten junge Läufer aus Aachen zurück. Foto: Andreas Steindl
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Glücklicher Moment: Organisator Heinz Jussen im Talk mit OB Marcel Philipp und Moderatorin Rica Reinisch. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Sie haben in gut acht Wochen 3000 Kilometer zurückgelegt, 12 Länder und 50 Städte durchquert, insgesamt 54 Etappen bewältigt und dabei ihr Ziel immer klar vor Augen gehabt: Mit dem „Flame for peace“-Friedenslauf wollten die Teilnehmer vor allem die Frage des Friedens in den Mittelpunkt rücken.

Dass der Lauf ausgerechnet dieses Jahr stattfindet, hat einen ganz besonderen Grund: Vor 100 Jahren brach nach einem Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo der Erste Weltkrieg aus, vor 75 Jahren der Zweite und vor 70 Jahren eroberten die Alliierten das Grenzgebiet um Aachen und befreiten die deutsche Bevölkerung vom Nationalsozialismus. Und: Der Begründer eines geeinten Europas, Karl der Große, starb vor 1200 Jahren in Aachen.

Heinz Jussen ist Organisator des Laufs und von dem Empfang, den er und die Läufer am Elisenbrunnen bekommen haben, überwältigt: „Ich bin momentan in einem Glückszustand, den ich gar nicht beschreiben kann. Es war eine unglaubliche Strecke, auf der wir viel erlebt haben.“ Doch neben vielen schönen Momenten erlebten die Friedensläufer auch Situationen, die zum Nachdenken anregten und deutlich machten, dass es bis zum Frieden noch ein langer Weg ist. „Als wir in dem serbischen Konzentrationslager Omarska ankamen, sprach uns ein Mann an. Er meinte, dass wir erst die Bomben gebracht haben, dann den Krieg und jetzt die Friedensfackel – da musste er lachen“, erzählt Jussen.

Politikerin Angelica Schwall-Düren ist von dem Engagement der Läufer beeindruckt, wobei auch sie betont, dass der Frieden bei Weitem nicht überall angekommen sei: „Es ist eine fantastische Idee, so einen Lauf ins Leben zu rufen und den Stellenwert des Friedens in das Bewusstsein der Menschen zu holen. Wenn wir auf den Ersten und Zweiten Weltkrieg zurückblicken, dann erkennt man, was für ein hohes Maß an Leid damit einhergegangen ist. Dadurch wird deutlich, dass Frieden leider keine Selbstverständlichkeit ist – erst recht nicht in unserer Zeit.“

Auch Oberbürgermeister Marcel Philipp, der die Fackel auf der Bühne am Elisenbrunnen von Heinz Jussen überreicht bekam, ist von dem „Gänsehautgefühlt“, wie er den Zieleinlauf der Teilnehmer beschreibt, beeindruckt: „Ich spreche Ihnen meinen Respekt und meine Bewunderung aus. Das Ziel bei Ihrer Tour war nicht nur Aachen, es war viel mehr: Es war Frieden. Dabei haben Sie viele Kilometer zurückgelegt und alle Umstände in Kauf genommen. Das ist wirklich eine tolle Sache.“

Doch der Einlauf der Teilnehmer hätte beinahe nicht in dieser Form stattfinden können, denn die Begrüßung mit Live-Musik auf der Bühne war nicht beim Ordnungsamt angemeldet. Doch wann, wenn nicht für den Frieden, kann man auch ausnahmsweise kurzfristig eine Genehmigung bekommen?

Und da hier die gute Sache ausreichend Beachtung und Gehör finden soll, genossen die Läufer sowie das Publikum die musikalische Einlage der Band „neogene“ gleichermaßen.

Und während der Friedenslauf „Flame for peace“ in Aachen sein fulminantes Ende gefunden hat, startete am selben Tag „Bina Mira“ – die Bühne des Frieden.

Bis 26. September

Das sechste Europäische Friedenstheaterfestival verfolgt das Ziel, die geschichtliche und politische Tradition, die Geschichte und Gegenwart Aachens als Friedensstadt, was besonders durch die Karlspreisverleihung oder diverse Friedensschlüsse in Aachen deutlich wird, herauszustellen. In verschiedenen Theaterstücken haben Besucher bis zum 26. September die Möglichkeit, sich mit dem Thema Frieden näher auseinander zu setzen.

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