Flächenzuwachs: 50.000 Quadratmeter für das Uniklinikum

Von: Oliver Schmetz
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Am Klinikum soll geklotzt werden: Weil auf den Parkplätzen Erweiterungsbauten errichtet werden, muss an der Kullenhofstraße ein großes Parkhaus gebaut werden. Foto: ukafacilities GmbH
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Das Blech im Blick: Am Anfang der Erweiterung des Klinikums soll der Bau eines Parkhauses mit 1560 Stellplätzen stehen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Zahlen sind ähnlich gigantisch wie das Großkrankenhaus im Aachener Westen selbst: Um rund 50.000 Quadratmeter – also um mehr als ein Drittel seiner heutigen Fläche – will das Uniklinikum in den kommenden Jahren wachsen.

Etwa 350 bis 400 Millionen Euro sollen fließen, um das 1985 eingeweihte Haus, dessen Bau umgerechnet mehr als eine Milliarde Euro kostete, wieder auf den modernsten Standard zu hieven: Der alte Klinikgigant soll eine gigantische Wachstumsspritze verpasst bekommen.

Einen entsprechenden Masterplan gibt es bereits seit einigen Jahren, doch jetzt wird die Sache konkret. Der Förderbescheid des Landes für den ersten Bauabschnitt, in dem ein zentraler unterirdischer OP-Bereich vor dem heutigen Klinikbau, ein neuer Vorplatz und ein großes Parkhaus mit 1560 Plätzen errichtet werden sollen, liegt mittlerweile vor. Und der besagt, dass dieser Teil des Projekts bis 2020 realisiert werden muss.

Wie viele Millionen bis dahin verbaut werden sollen, darüber hüllt man sich im Klinikum in Schweigen. „Über Finanzierung und Kosten des Gesamtprojekts können wir derzeit noch keine Angaben machen, da die Zuständigkeit und Federführung beim Land NRW liegt“, sagt Klinikumssprecher Dr. Mathias Brandstädter auf Anfrage.

Soll heißen: NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze will bald selber öffentlich verkünden, wie viele Millionen in welche Unikliniken fließen. Nach AZ-Informationen sollen es 180 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt in Aachen sein.

Und dabei geraten als Erstes die Parkplätze in den Blick. Da das Klinikum unter Denkmalschutz steht, sind normale Anbauten nicht möglich. Deshalb haben die Planer die weitläufigen Parkplätze vor dem Haus als Baugrund ins Visier genommen. Und da die Parkplatzfrage rund um das Großkrankenhaus seit jeher eine besonders heikle ist und durch Neubauten viele Parkplätze wegfallen, muss als Erstes ein neues Parkhaus her.

Dieser Neubau ist, wie der kaufmännische Direktor des Klinikums Peter Asché jetzt im städtischen Planungsausschuss vortrug, mit bis zu 1560 Plätzen auf acht Etagen sehr üppig geplant. Entstehen soll er südlich der Kullenhofstraße neben den Studentenwohnheimen – und das nach dem Willen des Klinikumsvorstandes so schnell wie möglich. Denn erst wenn das Parkhaus steht, kann man vor dem Haus Parkplätze überbauen. Anfang 2018 soll das der Fall sein.

Zuerst will man sich dann den Vorplatz vornehmen, danach die neuen OP-Säle bauen. Vor allem muss aber bis dahin ein neues Verkehrskonzept erstellt und umgesetzt werden. Die Notaufnahme benötigt dann beispielsweise eine neue Zu- und Abfahrt, neue Räume müssen gestaltet werden für Fahrräder, Busse, Taxis, Behindertenstellplätze, Kiss and Ride und vieles mehr. Und nicht zuletzt muss man wohl auch einen anderen Weg für die Umwelttrasse finden, da man die schweren Busse kaum über die neuen OP-Säle rollen lassen wird...

Im Planungsausschuss wurde die Politik jetzt erstmals über das neue Parkhaus informiert und machte dort ebenfalls einigen Klärungsbedarf in Sachen Verkehr geltend. „Eine Hauptfrage ist, wie das Parkhaus verkehrlich erschlossen wird“, sagt CDU-Fraktionschef Harald Baal, der beispielsweise eine „Konfliktsituation“ darin sieht, dass die Fußgängerströme vom Parkhaus auf dem Weg zum Klinikum den Kreisverkehr queren müssen.

Und Norbert Plum, planungspolitischer Sprecher der SPD, unterstreicht die generelle Bedeutung eines vernünftigen Verkehrs- und Parkkonzepts für das gesamte Umfeld des Klinikums: „Es darf nicht passieren, dass das ganze Viertel zugeparkt wird.“

Ein weiteres Parkhaus für Besucher sieht der Masterplan auch noch vor. Allerdings soll dieser Neubau mit 540 Stellplätzen auf der Fläche des alten Hubschrauberlandeplatzes erst nach 2022 in Angriff genommen werden. Und mit dem zweiten Bauabschnitt mit weiteren Erweiterungsbauten auf den heutigen Parkplätzen an der Kullenhofstraße wird wohl frühestens ab 2022 begonnen.

Doch zunächst geht es vor allem um das Parkhaus, wobei sich die Bauherren eine rasche Bearbeitung durch die Politik wünschen. Ein Bebauungsplan muss dafür geändert werden, die für Mittwoch vorgesehene erste Beratung darüber wurde aber auf die nächste Sitzung verschoben. Außerdem sollen sich in Kürze auch der Mobilitätsausschuss und die Bezirksvertretung Laurensberg mit dem Thema befassen. Das Ganze sei ein wichtiges Projekt, sagt Baal, „aber über manche Fragen müssen wir sicher noch ein bisschen diskutieren.“

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