„Fire & Water Trio“ frenetisch im Franz gefeiert

Von: Jörg Hartig
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Begeisterte mit seinem Trio "Fire&Water" im Franz: Weltklassegitarrist Nguyên Lê. Foto: Uli Winz

Aachen. Er ist eine Ikone der E-Gitarre und wird in einem Atemzug mit den ganz Großen der Saitenkunst genannt: Nguyên Lê. Der französisch-vietnamesische Gitarrist gastierte jetzt mit seinem „Fire & Water Trio“ in Aachen – und wurde frenetisch gefeiert.

„In der Welt der Jazzgitarre nach Jimmy Hendrix thront er hoch oben mit Frisell, John Scofield, Mike Stern und Alan Holdsworth.“ Dies konstatiert nicht alleine die Fachzeitschrift JazzTimes – dem musikbegeisterten Aachener ist es offensichtlich auch bekannt. Konzertbesucher und Liebhaber feinster E-Gitarrenkultur aus der gesamten Region sorgten für eine gut gefüllte Location mit bester Atmosphäre im Aachener „Franz“.

Passend zum Jahresthema des „speGTRa“-Gitarrenfestivals „Korrelation“ spannte das sympathische Trio ein Programm von Nigeria bis Vietnam. Es vereinte geographisch weit von einander entfernte Kulturen in der Fusion von Jazz- und Weltmusik. Mit den Rhythmen und Klängen des auf einer Pygmäenmelodie basierenden Stückes „Idoma“ eröffnete sich den Zuhörern die Tragweite der einzigartigen Spielweise von Nguyên Lê. Ein im Detail immer variierender, klarer Sound kontrastiert stets überraschend mit computergesteuerten Soundlandschaften. Virtuosität paart sich mit Charme und lässt unverkennbar in ihm den souveränen Meister seines Instrumentes erkennen.

Zwei in Paris lebende Spitzenmusiker der jüngeren Generation – der kanadische Bassist Chris Jennings und der aus Indien stammende Perkussionist Stephane Edouard – gestalteten kongenial die fantasievollen und erfrischend kreativen Klangreisen. Ob derb rockige Passagen oder feine orientalische Melismen, die Qualität der instrumentalen Ausführung hielt die Zuhörer in einer magischen Spannung. Zauberhaft das Stück „Teheran“, in dem Chris Jennings mit seinem betörenden Bassspiel in einer Hommage an seine aus dem Iran stammenden Frau persische Klänge aufleben ließ. Die immer abwechslungsreich bleibende Farbpalette von Stephane Edouards Perkussionsbatterie wurde von ihm überwiegend mit bloßen Händen und einer Leichtigkeit bedient, die staunende Anerkennung und Freude ob der erhebenden rhythmischen Stimulanz entstehen ließ.

Gegen Ende moderierte Nguyên Lê zum Vergnügen aller das „kommerziellste“ Stück des Abends an: „Money“ von Pink Floyd hatte er bereits in einem Projekt mit eigenen Arrangements über das legendäre Album „The Dark Side Of The Moon“ mit der NDR-Bigband aufgeführt. Der packende Vortrag einer attraktiven Trioversion übertrug sich derart auf das staunende Publikum, dass nicht enden wollender Applaus einen bemerkenswerten Abend besiegelte. Erst die Zugabe „Straight No Chaser“, ein Jazz Klassiker von Thelonious Monk, konnte die Begeisterung vorübergehend besänftigen.

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