Aachen - Finalisten beim Stawag Music Award: „Spiegelblick“

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Finalisten beim Stawag Music Award: „Spiegelblick“

Von: Bettina Begner
Letzte Aktualisierung:
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Leben in ihrer eigenen Welt und finden in der Musik doch zusammen: die Mitglieder von Spiegelblick. Foto: Sebastian Wussow

Aachen. Momentan haben Spiegelblick 2000 Likes auf Facebook und waren auch schon im Fernsehen zu sehen. Die Macher der Scripted Reality-Show wollten Spiegelblick häufiger in die Sendung integrieren, denn die Jungs machen nicht nur gute Musik, sondern sehen auch knackig aus.

Sie lehnten ab. Zumindest für ihre Band, ihr Herzblut. Unter anderen Namen und anderer Besetzung war das aber kein Problem. Schneller Erfolg und der Stempel Serienband, das passt nicht zu Spiegelblick. „Wir wollen authentisch sein! Wir machen uns nichts aus Versteckspielen“, sagt Sänger Maurice Ripp (25).

Gefunden haben sich die Jungs, die jetzt in Köln und Düren wohnen, ganz modern im Internet. Ihre Geschichte begann vor fast acht Jahren. „Als ich Maurice kennengelernt habe, hatten wir beide gerade unsere damaligen Projekte aufgegeben. Das war 2007“, sagt Dennis Winzen, der Schlagzeuger von Spiegelblick.

„Zwei Touren hatten wir hinter uns und ein Dreivierteljahr intensive Arbeit. Das war unserem damaligen Bassisten aber zu intensiv“, ergänzt Maurice. Seinem Nachfolger musste aber klar sein, dass für Spiegelblick die Musik im Vordergrund steht. Die Band stand damals schon bei einem Kölner Indie Label „noteworksmusic“ unter Vertrag und wurde vom Produzenten der Guano Apes unterstützt. Maurice, immer lächender Sonnenschein und Sänger der Band, hat Facebook, Backstage Pro und Co genutzt um den perfekten Bassisten zu finden.

Das klappte nicht so ganz, denn zunächst kam ein weiterer Gitarrist, Chris Fisch, hinzu. Voll durchstarten konnten sie dann als Quartett 2014 Giso Simon. „Ich habe mir in kürzester Zeit alle Songs reingeprügelt, nebenbei gab‘s Fotoshootings, und viele Gigs haben wir auch noch gespielt. Das war schon krass“, reflektiert der 24-jährige seinen Einstieg in die Band.

Dieser Neuanfang wurde im Song „Der letzte Schnee“ thematisiert. Kein Falco-Tribute zu „Mutter der Mann mit dem Koks ist da“, sondern das Frühlingserblühen von Spiegelblick. „Das Video haben wir nach 48 Stunden Studioaufnahmen noch gedreht. Deswegen gibt es in unserem Halbakustiksong keine richtigen Close-Ups“, witzelt Maurice. „Viele sagten zu uns: Warum bringt ihr eine Nummer wie ‚Der letzte Schnee‘ im Herbst raus. Für viele hat das keinen Sinn gemacht“, ergänzt Giso. Doch genau das ist Spiegelblick: Ihre Songs sind pure Selbstreflektion, ein Lebensgefühl, und wenn man sich im Herbst wie im Frühlingserwachen fühlt, dann ist das so. Literarische Freiheit nennt man sowas.

In Pressetexten heißt es immer „feinfühlig und geradeaus“, doch diese Schublade ist zu eng gefasst. Witzig, authentisch, zielstrebig und trotzdem locker und offen. So kommen einem Spiegelblick vor, die zu ihrem Auftritt beim Stawag Music Award sagen: „Das wird auf jeden Fall nach vorne gehen!“ Bassist Giso schmunzelt: „Der zweite Platz wäre gerade noch so okay.“ Maurice ergänzt: „Mir ist die Platzierung scheißegal. Hauptsache wir treffen mit unseren Songs das Publikum.“

Diese stimmige Unstimmigkeit bringt Schlagzeuger Dennis Winzen auf den Punkt: „Wir sind ein Team in einer Welt, wo jeder in seiner eigenen Welt lebt.“ Und doch sind sie Freunde die sich perfekt in ihrer Welt ergänzen und zusammen ihre Musik leben.

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