Filmriss bei „Made in Europe”: Festival-Macher steigen aus

Von: Matthias Hinrichs
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Ungewisse Zukunft: Ob und wie das Filmfestival „Made in Europe” fortgesetzt werden kann, ist zurzeit offen. Mitinitiator Günter Jekubzik (rechts) hat das Management an den Kulturbetrieb übergeben. Dessen Leiter Olaf Müller (links) und seine Mitarbeiter warten momentan auf Fördermittel aus dem Interreg-Programm. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ganz bei Fuß präsentierte sich der stolze Königspudel als Maskottchen auf den Plakaten der euregionalen Filminitiative „Made in Europe” beim jüngsten, mit reichlich Lob gefütterten Festival auch in Aachen.

Doch jetzt ist dem braven Tier sein deutsches „Herrchen” abhanden gekommen. „Wir haben uns entschlossen, die Organisation des Festivals der Stadt zu überlassen”, erklärt Günter Jekubzik, ehemaliger Chef-Koordinator der Programms.

„Trotz des sehr engagierten Teams aus zehn Leuten können wir diese Aufgabe einfach nicht stemmen.” Selbstverständlich werde man den künftigen Machern weiter mit Leidenschaft und Fachkompetenz zur Seite stehen. „Aber mit der Beschaffung von geeigneten Räumen, Marketing und dergleichen sind wir schlicht überfordert.”

„Wir brauchen die Stadt”

Stellt sich die Frage, ob und in welchem Umfang der junge Spross zur Profilierung der Grenz- und Kulturstadt Aachen weiter gepflegt werden kann.

Die Festival-Macher aus Maastricht hätten bereits unmittelbar nach dem Ende der jüngsten Stafette zur Präsentation hochwertiger Zelluloid-Beiträge angefragt, ob das gemeinsame Projekt auch künftig auf sichere Säulen gesetzt werden könne, berichtet Jekubzik.

„Wir brauchen die Stadt Aachen, wenn wir das Festival im geplanten Rahmen weiter anbieten wollen”, bekräftigt David Deprez, Hauptimpresario der Reihe in Maastricht, gegenüber der AZ. Auf jeden Fall werde man noch vor der Sommerpause gemeinsam über neue Möglichkeiten reden.

„Wir prüfen zurzeit und gehen davon aus, dass die Reihe fortgesetzt wird”, erklärt denn Olaf Müller, Leiter der Kulturbetriebs. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass das Festival abgespeckt werden müsse.

Denn auch in der Verwaltung kämpfe man allenthalben mit personellen und finanziellen Engpässen. „Wir können nicht über den Etat der Macher in Maastricht verfügen”, bedauert Müller. Zumal Mittel aus dem Interreg-Förderprogramm fürs nächste Jahr noch nicht zugesagt seien.

Kommt hinzu, dass sich den Organisatoren auch die Raumfrage weiter stellen wird. Trotz der höchst dankenswerten Unterstützung der Projektionsprofis aus dem Cinekarree und dem Apollo-Kino seien deren Häuser nicht als ideale Foren für den cineastischen Reigen nutzbar. Denn der sei eben auch auf Kommunikation und Reflexion ausgerichtet, meint Jekubzik.

Daher war - nicht nur beim AZ-Forum zum „Leitprofil Kultur” vor gut drei Monaten - auch das „Space” im Ludwig Forum als zentrale Spielstätte ins Gespräch gebracht worden.

Zwar biete das Forum eine gute Infrastruktur, etwa in Sachen Stellplätze und Gastronomie. „Aber wir müssen schauen, ob die Option technisch wirklich geeignet ist”, wiegelt Müller ab. Denn Vorführgeräte zur Präsentation konventioneller 35-Millimeter-Streifen seien nicht nur teuer, sondern kaum kompatibel mit dem vergleichsweise knappen Platzangebot im Souterrain der alten Schirmfabrik.
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