Aachen - Filmemacher Josef Kerschgens feiert den 95. Geburtstag

Filmemacher Josef Kerschgens feiert den 95. Geburtstag

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
Letzte Aktualisierung:
10499799.jpg
Zeigt seine Filme im Wohnstift Radermecher: Josef Kerschgens feiert seinen 95. Geburtstag. Foto: Jutta Katsaitis-Schmitz

Aachen. Das Filmemachen lässt ihn nicht los. Auch an dem Tag, an dem Josef Kerschgens sein 95. Lebensjahr vollendet. Nach dem Tod seiner Frau Maria vor sieben Jahren hatte er sich für ein betreutes Wohnen im Klosterstift Radermecher am Preusweg entschieden.

Seitdem sind dort die monatlichen Filmnachmittage, die er für die Senioren veranstaltet, eine beliebte Abwechslung. Josef Kerschgens Filmschatz ist mit 350 Amateurfilmen fast unerschöpflich. Mit ihnen weckt er bei den Senioren Erinnerungen an Alt-Aachen oder holt ihnen die große, weite Welt ins Haus. Den Geburtstag aber feiert der Jubilar mit Sohn und Tochter sowie vier Enkelkindern wieder einmal im alten Zuhause, in dem er mit Gattin Maria gelebt hatte.

„Im Filmen sehe ich vor allen Dingen den dokumentarischen Wert, der für die Nachkommen das heutige Leben widerspiegelt.“ Mit diesem Satz beschrieb Kerschgens einmal prägnant seine Leidenschaft als Amateurfilmer. Mit einer noch geliehenen Kamera hatte der Jubilar 1972 bei einer Kreuzfahrt durch das Mittelmeer seinen ersten Film gedreht, fand Spaß an diesem Hobby, trat 1974 dem Club der Filmamateure „8/16“ bei, wurde 1980 zum Vorsitzenden gewählt – ein Amt, das er 25 Jahre lang inne hatte. Den „rührigen Jupp“ nannten ihn seitdem die Filmemacher und schätzten seine geistige Wendigkeit und sein flinkes, wachsames Auge.

Sein Gespür für die Gunst der Stunde und sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn ließen den Aachener Film- und Videoclub unter seiner Leitung zum zweitgrößten und einem der erfolgreichsten in Deutschland werden. Dem mehrfach mit Ehrennadeln und Filmpreisen sowie dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichneten Ehrenvorsitzenden des Aachener Filmclubs war es 1977 zum 20-jährigen Clubbestehen gelungen, einen zweitägigen Landeswettbewerb mit 1000 Besuchern und 73 Filmen auszurichten, der als „Aachener Modell“ in die Geschichte einging. Seit 1980 wurden über 15 Jahre hinweg in der Barockfabrik die Bundeswettbewerbe „Lokalchronik und Folklorefilme“ veranstaltet. Zu einem absoluten Höhepunkt aber waren 1982 die Weltfilmfestspiele Unica (Weltverband der Filmschaffenden) mit 450 Kongressteilnehmern aus 26 Nationen geworden. 125 der besten Filmbeiträge der Welt flimmerten damals im Eurogress über die Leinwand. In dem vom Bund Deutscher Filmamateure preisgekrönten Film des Aachener Amateurfilmers Horst Krause mit dem witzigen Titel „Als die Grenze über den Kaffee kam“ wurde Josef Kerschgens als „Kaufmann“ auch einmal zum Hauptdarsteller seines eigenen Lebens. Eines Lebens, das noch viele Jahre währen soll.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert