„Filetstück” am Bahnhof soll nicht zerteilt werden

Von: Matthias Hinrichs
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Starker Standort für neue Ide
Starker Standort für neue Ideen: Die Landeszentralbank und das alte Gesundheitsamt (hinten) stehen zum Verkauf. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Einsteigen und Türen schließen: Der obligatorische Ruf vom Bahnsteig gegenüber dürfte dieser Tage verstärkt in den Etagen der städtischen Planer im Verwaltungsgebäude Lagerhausstraße widerhallen. Wie kann das Areal nebenan, genauer: im Dreieck zwischen Römer-, Hackländer- und Kurbrunnenstraße, künftig optimal genutzt werden?

Die Frage aktiviert jetzt verstärkt auch die Fantasie der Politiker. Von Torschlusspanik kann zwar noch keine Rede sein, aber natürlich möchte man möglichst bald einsteigen in die Vermarktung des exzellenten Standorts. Denn sowohl der große Komplex der Landeszentralbank (LZB) als auch das Gebäude des ehemaligen Gesundheitsamtes stehen bekanntlich zum Verkauf.

So hat die Fraktion der Linken beantragt, einen Wettbewerb für die gesamte Fläche auszurichten mit der Option, den Bushof dorthin zu verlagern (wir berichteten). Von einer Veräußerung des städtischen Betonklotzes gegenüber dem Hochhaus hält sie allerdings wenig - zumal dort seit Jahr und Tag das „Autonome Zentrum” residiert, was aus Sicht der Linken auch so bleiben soll. Auch die SPD plädiert per Ratsantrag dafür, einheitliches Planungsrecht „für die beiden städtebaulich bedeutsamen Grundstücke” zu schaffen. „Wir könnten uns vorstellen, dort ein zusammenhängendes Projekt etwa zur Ansiedlung eines Hotels und von Bürogebäuden zu entwickeln”, erläutert Ratsherr Norbert Plum.

Problem: Bislang habe die Deutsche Bundesbank als Eigentümerin der LZB keine Bereitschaft gezeigt zur gemeinsamen Vermarktung. „Wir möchten aber eine homogene Struktur schaffen”, sagt Plum. Ebenso wie die Linke legt die SPD allerdings Wert darauf, dass das Autonome Zentrum im Bunker am ehemaligen Gesundheitsamt bleiben kann - sofern sich keine akzeptable Alternative finde. Einen „neuen Bushof” am alten LZB-Standort hält Plum indes für wenig realistisch. Die Aseag kann sich für diese Option nämlich gar nicht begeistern. „Der Standort ist einfach nicht so attraktiv wie die jetzige Lage”, bestätigt Sprecherin Anne Linden am Mittwoch.

Fakt ist einstweilen: Die Ausschreibung zum Verkauf der LZB ist Mitte Juli gestartet. „Anfang August haben einige Interessenten das Objekt besichtigt”, erklärt Susanne Kreutzer, Sprecherin der Bundesbankzentrale in Frankfurt. Man sei weiter im Gespräch mit mehreren potenziellen Investoren für das knapp 4800 Quadratmeter große Grundstück, das nach Vorstellungen der Bundesbank inklusive Gebäude für 2,8 Millionen Euro den Besitzer wechseln soll. Dies könnte frühestens am 1. November 2012 der Fall sein: Die LZB-Filiale, in der laut Kreutzer zurzeit noch rund 40 Mitarbeiter tätig sind, wird zum 30. September 2012 definitiv geschlossen.

Ob auch das städtische Gebäude nebenan bald privatisiert wird, ist indes offen. „Das Objekt wird jetzt ausgeschrieben - in drei bis vier Monaten wissen wir mehr”, sagt Manfred Sicking, Co-Dezernent für Wirtschaftsförderung.
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