FH-Kompetenzzentrum erst 2018 fertig

Von: Stephan Mohne
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An der Hohenstaufenallee soll bald wieder gearbeitet werden. Dies teilten FH und BLB am Mittwoch mit. Foto: Harald Krömer

Aachen. So etwas fasst man mit der Floskel zusammen: Es gibt eine gute Nachricht und eine schlechte. Die gute Nachricht zuerst: Das von der Fachhochschule so heiß ersehnte „Kompetenztentrum Mobilität“ wird doch noch an der Hohenstaufenallee gebaut. Die schlechte Nachricht: Der Vorzeigebau, der nach den ursprünglichen Planungen eigentlich schon bezogen sein sollte, wird erst 2018 fertig – frühestens.

Das hat am Mittwoch der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) mitgeteilt. Es ist dies die neueste Entwicklung einer unglaublichen Geschichte. In dem Kompetenzzentrum will die FH die neuen Studiengänge rund ums Thema Mobilität bündeln. Auch eine Mensa und Labore sollen Platz finden. Mit diesen Studiengängen hat die Aachener Hochschule natürlich kräftig geworben. Die Studierenden sind indes längst da, der Neubau nicht. Zunächst einmal lagen die Kosten für erste Planungen so hoch, dass das Land die Bremse zog und Einsparungen forderte.

Also wurde umgeplant – und dann Ende 2013 endlich mit dem Bau begonnen. Doch die Freude währte nur kurz. Die Baustelle wurde schon bald wieder stillgelegt. Es gab massive Probleme mit der Baugrube. Unter anderem beschwerten sich Nachbarn, bei ihnen träten Risse im Gemäuer auf.

Der BLB setzte dem Geilenkirchener Bauunternehmer Tholen den Stuhl vor die Tür und warf ihm vor, seine Aufgaben nicht ordnungsgemäß erledigt zu haben. Doch der Gescholtene zog vor Gericht – und bekam sowohl in erster wie auch in zweiter Instanz Recht. Im Raum steht seither eine mögliche hohe Schadenersatzforderung. Ohne Tiefbauer machte es für den BLB auch keinen Sinn mehr, einen Hochbauer zu haben. Auch dessen Vertrag wurde gekündigt. Die Baugrube wurde zum Teil wieder zugeschüttet. Unter dem Strich war da schon einiges an (Steuer-)Geld im Boden der Hohenstaufenallee versenkt worden.

Seit Monaten hat es nun intensive Verhandlungen darüber gegeben, ob, wo, wann und wie das Kompetenzzentrum gebaut werden soll. Mittwoch teilte der BLB mit, man habe sich mit der FH verständigt, „ein geändertes Konzept an der Hohenstaufenallee zu realisieren“. In einer Verwaltungsratssitzung am Dienstag habe man „die verschiedenen Handlungsoptionen vorgestellt“. Mit dem Ergebnis, dass es offenbar doch noch am günstigsten ist, an der Hohenstaufenallee zu bauen. Mehr als ein halbes Dutzend Varianten hatten zwischenzeitlich auf dem Tisch gelegen.

Allerdings: In gewisser Weise wird jetzt erst einmal wieder alles auf Null gesetzt. Denn nun werden die bisherigen Pläne über den Haufen geworden und neue kreiert. Damit könnte laut BLB „bereits Anfang 2015 begonnen werden“. Bagger und Bauarbeiter wird man vorerst an der Hohenstaufenallee nicht sehen. „Für die Überarbeitung der Pläne und die Genehmigung der Investition im Verwaltungsrat des BLB NRW ist etwa ein Jahr vorgesehen“, heißt es in der BLB-Mitteilung. Kommt dann grünes Licht, soll die Bauzeit rund zwei Jahre betragen.

Das Gebäude soll den neuen Überlegungen nach nicht mehr so tief in den Boden. Eines von zwei Kellergeschossen werde gestrichen – „und das Gebäude wird mit größerem Abstand zur Nachbarbebauung errichtet“. Die Baugrube müsse „nun weniger tief ausgeschachtet werden. Dadurch werden die Baurisiken erheblich reduziert“, wird des Weiteren erläutert.

In dem Kellergeschoss sollten Prüfstände ihre Heimat finden. Die will man nun „in einem separaten Neubau hinter dem unmittelbar angrenzenden Gebäude des Fachbereichs Luft- und Raumfahrttechnik“ unterbringen. Die Parkplätze sollen „durch eine optimierte Ausnutzung der benachbarten Grundstücke“ ebenerdig sowie auf dem Dach des Prüfstandsgebäudes entstehen. Für die Mensa und die Labore will man „kurzfristige Zwischenlösungen“ finden.

Wie viel der Bau dann letztlich kosten wird, dazu wolle man sich erst äußern, „wenn verlässliche Ausschreibungsergebnisse vorliegen“. Mit der Eröffnung wird zum Sommersemester 2018 gerechnet. Zusatz: „Soweit keine Verzögerungen in der Planungsphase oder bei der Vergabe eintreten.“

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