Aachen - Feuerwehr bekämpft in den seltensten Fällen Flammen

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Feuerwehr bekämpft in den seltensten Fällen Flammen

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Am Limit: 2008 bewältigte die Feuerwehr insgesamt 36.756 Einsätze.

Aachen. Zur Bekämpfung von Bränden ist die Aachener Feuerwehr im Jahr 2008 nur bei gut vier Prozent ihrer Einsätze ausgerückt. 1555 Mal mussten Flammen gelöscht werden - das sind durchschnittlich vier Brandeinsätze pro Tag.

Trotzdem steuert die Feuerwehr neuen Rekordmarken bei der Gesamtzahl der Einsätze entgegen: 36.756 Hilfeleistungen weist die am Donnerstag veröffentlichte Jahresbilanz aus. So schnellt die statistische Einsatzzahl auf über 100 Fälle pro Tag. „Damit kommen wir insgesamt auf knapp 3000 Einsätze mehr als 2007”, bestätigt Brandamtmann Lothar Albrecht am Donnerstag auf Anfrage der AZ.

Bereits im Vorjahr hatte Feuerwehrchef Dr. Hans-Dieter Nüßler darauf hingewiesen, dass die Einsatzbelastung seit Jahren steige, während die Personalstärke unverändert bleibe. In Aachen stehen 250 Beamte im Einsatzdienst sowie weitere 20 in Einsatzführung und Verwaltung zur Verfügung. Hinzu kommen unverzichtbare 350 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr.

EDV-Experte Albrecht registriert im Jahresvergleich vor allem Zuwächse bei Brandeinsätzen und Rettungsdiensten: 21316 mal eilten Rettungswagen der Feuerwehr zu Hilfe, bei 7024 Fahrten war ein Notarzt an Bord - das ergibt zwölf Prozent mehr Rettungseinsätze als 2007. Auch die Zahl der Krankentransporte stieg: von 10748 auf 11506. Nur die „technischen Hilfeleistungen” - etwa das Bergen von Unfallfahrzeugen, Bekämpfung von Hochwasser und Beseitigung von Sturmschäden - gingen auf 2379 Einsätze leicht zurück.

Zeitraubend, teuer und ärgerlich bleiben die vielen Fehlalarmierungen in Aachen. In 1661 Fällen hieß es 2008: blinder Alarm. Laut Jahresbilanz musste die Feuerwehr zu 61 Fällen ausrücken, weil der Notruf 112 böswillig missbraucht wurde. „Wenn wir dann mit einem kompletten Löschzug unverrichteter Dinge wieder abziehen müssen und der Übeltäter danach identifiziert wird, kann ihn das bis zu 1000 Euro kosten”, warnt Albrecht.

Handys abrüsten

So begrüßt man die Idee, in einer Hinsicht bundesweit technisch abzurüsten: Ohne Sim-Karte soll via Handy bald kein Notruf mehr abgesetzt werden können. Denn hier ist die Missbrauchsquote besonders hoch - weil man den Anruf nicht zurückverfolgen kann.
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