Feuer am WZL: Räumung nach Chemikalienfund

Von: hau/tka
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Räumung WZL
Weil im Keller der zerstörten Halle ein alter Chemikalienschrank gefunden wurde, entschied das WZL-Direktorium, die Gebäude vorsorglich zu räumen. Foto: Stephan Kreutz

Aachen. Nach dem verheerenden Feuer in der großen Versuchshalle des Werkzeugmaschinenlabors (WZL) der RWTH Aachen in der Nacht zum Freitag sollte am Dienstag die Arbeit in den Nachbargebäuden eigentlich wieder aufgenommen werden.

Doch bald schon mussten sämtliche Mitarbeiter aus dem Manfred-Weck-Haus, dem Herwart-Opitz-Haus (beide WZL) und dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT wieder nach Hause geschickt werden. Weil im Keller der zerstörten Halle ein alter Chemikalienschrank gefunden wurde, entschied das WZL-Direktorium, die Gebäude vorsorglich zu räumen. Es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass sich unter den Chemikalien explosive Stoffe befanden.

Unterdessen laufen die Ermittlungen zur Brandursache an. Feuerwehrchef Jürgen Wolff hatte am Freitag davon gesprochen, dass der erste Alarm durch eine Brandmeldeanlage eingegangen sei. Die Frage ist: Kam sie aus der brennenden Halle oder einem Nebengebäude?

Ein erfahrener Feuerwehrmann, der seinen Namen nicht in der Zeitung sehen will, geht davon aus, dass nicht alle vorgesehenen Mechanismen ineinander gegriffen haben. Im Internet wurden Vorwürfe laut, die installierten Feuermelder hätten nicht angeschlagen und Brandschutztüren hätten offen gestanden.

Über den Wahrheitsgehalt solcher Vermutungen ließ sich am Dienstag aber nur spekulieren. Eine Sprinkleranlage hat es nach Informationen unserer Zeitung aber nicht gegeben. Sie war in den 1970er Jahren, als die Halle gebaut wurde, nicht vorgeschrieben.

Das Feuer war ungewöhnlich schnell und heftig ausgebrochen, sodass die Feuerwehr nur noch Schlimmeres verhindern konnte. Nach ersten Schätzungen liegt der Schaden bei mindestens 50 Millionen Euro. Möglicherweise sogar noch höher.

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