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Festnahme eines Radfahrers erregt die Gemüter

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Festnahme eines Fahrradfahrers hat am späten Donnerstagvormittag in der Adalbertstraße für Aufsehen gesorgt.

Von drei Streifenwagenbesatzungen - insgesamt sieben Polizisten - und zwei Mitarbeitern des städtischen „City-Service” sei der Mann in der Fußgängerzone überwältigt und misshandelt worden, berichtete ein AZ-Leser, der sich in der Redaktion meldete. Das Vorgehen der Polizei sei ihm und zahlreichen anderen Passanten als „völlig unverhältnismäßig” und „brutal” erschienen, so der Augenzeuge.

Der am Boden liegende Mann sei von einem Polizisten in einen „Catchergriff” genommen worden, eine Beamtin habe sich ihm auf den Fuß gestellt, eine „City-Service”-Kraft ihm derweil „ein Bein verdreht”. Schließlich sei der Festgenommene in Handschellen abtransportiert worden.

Der Mann habe dabei „vor Schmerzen laut geschrien”, die umstehenden Passanten sein „entsetzt und fassungslos” gewesen, so der Zeuge: „Von der viel zitierten Deeskalationsmethode war bei dieser Aktion nichts zu spüren.”

Polizeisprecher Paul Kemen bestätigt auf AZ-Anfrage die Festnahme, schildert den Hergang des Geschehens allerdings anders. Demnach ist der Radfahrer im Zuge einer Rotlichtüberwachung am Friedrich-Wilhelm-Platz aufgefallen, weil er bei Rot über die Ampel am Eingang der Elisengalerie fuhr. An der Einmündung der Adalbertstraße hätten die Beamten den Mann angehalten und zur Rede gestellt. Der Rotsünder habe sein Vergehen auch eingeräumt, sich dann aber plötzlich geweigert, seine Personalien anzugeben, so Kemen: „Nach Angaben der beteiligten Beamten hat sich der Mann so in Rage geredet, dass er für ein normales Gespräch überhaupt nicht mehr zugänglich war.”

Die Beamten hätten ihn dann darauf hingewiesen, dass sie ihn nun durchsuchen würden, ihn überwältigt und festgenommen - was der Mann mit lautstarkem Protest quittiert habe. Kemen: „Laut den Kollegen hat er gezielt Passanten angeschrien, dass die Polizei ihn misshandle, bloß weil er mit dem Fahrrad fahre.”

Dass der radelnde Rotsünder schließlich in Handschellen abgeführt worden sei, mochte der Polizeisprecher nicht näher kommentieren. „Das hängt immer von der Situation ab. Aber bei vorläufigen Festnahmen sehr renitenter Leute kann es ein durchaus probates Mittel sein.”
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