Festliches Treiben fast wie in den Tagen des Kaisers

Von: Kristina Toussaint
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Im und am Rathaus gaben sich nach dem festlichen Pontifikalamt im Dom Gaukler und Rittersleute eine feines Stelldichein. Foto: Andreas Steindl
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Im und am Rathaus gaben sich nach dem festlichen Pontifikalamt im Dom Gaukler und Rittersleute eine feines Stelldichein. Foto: Andreas Steindl
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Großer Tag für den Stadtpatron und seine „Untertanen“: Im und am Rathaus gaben sich nach dem festlichen Pontifikalamt im Dom Gaukler und Rittersleute eine feines Stelldichein. Auch im Krönungssaal ging es bei Karlswurst mit Grünkohl deftig zu. Foto: Andreas Steindl
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Besuch aus Naumburg: Auch eine Delegation der Partnerstadt Naumburg erwies den Freunden im Westen zum Karlsfest die Ehre. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Da der Geburtstag von Karl dem Großen nicht dokumentiert ist, feiert man in der Kaiserstadt seit 2003 kurzerhand am letzten Sonntag im Januar ein Fest zu seinen Ehren – in zeitlicher Nähe zum wohl dokumentierten Todestag am 28. Januar 814.

Zur Feier des Tages geht es rund um den Markt mittelalterlich zu – und den Besuchern stehen alle Türen des Rathauses offen.

Nach dem Pontifikalamt im Dom, gehalten vom neuen Aachener Bischof Helmut Dieser, zogen die Karlsschützen mit Kapelle hinauf zum Rathaus, um dort zum weltlichen Teil der Feierlichkeiten überzugehen. Neben Vertretern aus Kirche und Politik beim diesjährigen Karlsfest zu Gast: Delegationen aus der Partnerstadt Naumburg und – zur Feier des 50-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft mit Aachen (siehe 1. Lokalseite) – Bürgermeister Arnaud Robinet und sein „Gefolge“ aus Reims.

Besonders am Tag des Karlsfestes ist auch, dass alle Zutritt zum Rathaus haben. Der Besuch und Führungen sind dabei komplett kostenlos – und es gibt Einblicke, die man sonst nicht so einfach bekommt: Neben Weißem Saal und Krönungssaal standen auch die Werkmeisterküche und der Friedenssaal allen Besuchern offen. Und sogar das Dienstzimmer des Oberbürgermeisters. „Erst als die Bürger das Gebäude Anfang des 14. Jahrhunderts zum Rathaus machten, wurden statt eines riesigen Saals zwei Etagen gebaut – eine für die Verwaltung, eine als Festsaal“, erklärte Rosi Goebbels, die Besucher durch das Haus führte.

Ritter und Wikinger messen sich

Vor dem Rathaus derweil: Ritter und Wikinger im Schwertkampf! Mit kleinen Delegationen waren mehrere Ritterschaften angereist, um zu demonstrieren, wie es zu Karls Zeiten so zuging. Im Vergleich zu früheren Jahren ist die Zahl der anwesenden Ritter geschrumpft, bedauerte Norbert von Thule von der Veytaler Ritterschaft. Das „Eynevolk“ hatte bei vergangenen Karlsfesten eine ganze Zeltstadt mit Kaminfeuer und Met-Ausschank unterhalten.

In diesem Jahr wurde die Rathausgarde der Öcher Duemjroefe unterstützt von den Limburger und Hammersteiner Ritterschaften und der Mittelaltergruppe Sorores Historiae. Viele unterschiedliche Gewänder aus verschiedenen Zeitabschnitten und Gesellschaftsklassen zeigte das bunte Volk: Bürger der Oberschicht des 13. Jahrhunderts in ihren Sonntagsgewändern, eine Fürstin aus dem 15. Jahrhundert und zum Kampf gerüstete Ritter. Neben Schwerterrasseln gab es so auch höfische Tänze zu sehen und Met zu trinken.

Statt Kampfgeräuschen hörte man am Nachmittag aber vor allem Gelächter und Kindergeschrei über den Marktplatz hallen. Quelle des Trubels: die Menschentraube, die sich um Gaukler Jeremias versammelt hatte. Mit seinen Tricks und Kunststücken – und manchmal angekündigt von seiner nicht zu überhörenden Pauke – tauchte er immer wieder auf und zog besonders die jungen Besucher in seinen Bann.

Eher zufällig aufs und zum Karlsfest gekommen war Anselm Bansberg: Angelockt von den mittelalterlichen Gestalten, wollte er nur mal einen Blick in den Krönungssaal werfen – und fand sich plötzlich Auge in Auge mit dem Falken Rashid wieder. Sofort war er fasziniert und zeigte so großes Interesse, dass Falkner Arnd Jansen ihn sogar in den Handschuh schlüpfen ließ. „Viel leichter als gedacht“ fand Bansberg den Falken auf seiner Hand.

Musik von der Musikvereinigung Roetgen, die traditionelle Karlswurst der Aixtra-Fleischer, dazu Grünkohleintopf nebst „Karls-Reichsäpfeln“ als Dessert rundeten das bunte Treiben bestens ab. Auch das Glockenspiel im Rathausturm durfte seine ganze Kapazität zeigen: Ariane Toffel und Georg Wagner spielten beim Glockenspielkonzert unter anderem die Karlshymne „Urbs Aquensis“.

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