Aachen - „Festliches Kantatenkonzert“ zum Abschluss der Heiligtumsfahrt

„Festliches Kantatenkonzert“ zum Abschluss der Heiligtumsfahrt

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Mit einem „Festlichen Kantatenkonzert“ im Aachener Dom fand die Heiligtumsfahrt auch ihren musikalischen Schlusspunkt. Nachdem bereits zu Beginn des Ereignisses der Bach-Verein Johann Sebastian Bach huldigte, widmete sich zum Finale der Aachener Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Berthold Botzet drei frühen Kantaten des großen Thomaskantors.

Zwei Werke stammen aus den Anfangsjahren seiner Leipziger Amtszeit um 1723-1725, das dritte gar aus Bachs Weimarer Tätigkeit im Jahre 1714.

Gerade die Weimarer Kantate „Erschallet, ihr Lieder“ BWV 172 zählt in ihrer stilistischen und klanglichen Originalität zu den experimentierfreudigsten Beispielen des Genres, stellt aber vor allem an die Solisten besonders hohe Anforderungen. Drei gänzlich unorthodox und gegensätzlich gestaltete Arien, darunter eine Bass-Arie mit Trompeten-Trio, bilden das Zentrum des Werks. Botzet arbeitete die Kontraste deutlich heraus und blieb hier wie auch im gesamten Programm seinen moderaten Prinzipen treu. Mäßige Tempi, keine allzu scharfen dynamischen Kontraste, eine klare, natürlich fließende Chorführung und viel Sorgfalt in Sachen Tonbildung und Phrasierung. Man kann sich spektakulärere Interpretationen vorstellen. Doch in ihrer gediegenen Geschlossenheit können die Vorträge rundum überzeugen.

Dazu trägt natürlich die gute Schulung des Chors wesentlich bei, auch wenn der Chor in den drei gewählten Kantaten (neben BWV 172 noch „Unser Mund sei voll Lachens“ BWV 110 und „Ihr Menschen, rühmet Gottes Liebe“ BWV 167) keine zentrale Rolle spielt. Umso mehr das Orchester, dem knifflige solistische Aufgaben und brillanter Trompetenglanz abverlangt werden. Herausforderungen, denen das vorzügliche Domorchester mühelos standhält. In der Weimarer Kantate tat sich das insgesamt homogene Solistenquartett dagegen etwas schwer.

In den Leipziger Werken gab es an Maria Bernius (Sopran), Elvira Bill (Mezzosopran), Stephan Scherpe (Tenor) und Johannes Weinhuber (Bass) jedoch nichts auszusetzen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert