Aachen - Ferrari fährt auf Floßdorfs Tempo ab

Ferrari fährt auf Floßdorfs Tempo ab

Von: Robert Esser
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Vom Atelier an die Rennstrecke: Armin Floßdorf malt rund um die Welt riesige Rennsportszenen - und braucht dafür nicht mehr Zeit als ein Rennfahrer für einen Formel-1-Grand-Prix. Foto: Robert Esser

Aachen. Auf ihn fährt der ganze Formel-1-Zirkus ab: Armin Floßdorf, 46 Jahre. In seiner Werkstatt in der Aachener Lothringer Straße stapeln sich Ferrari, Mercedes-Boliden, BMW und Renault. Alle rasend schnell und nicht gerade billig.

Floßdorf ist Grafik-Designer und Maler. Seine Spezialität: „Live-Painting”. Während Jenson Button und Sebastian Vettel Runde für Runde drehen, kurvt Floßdorfs flinker Pinsel über mehrere Quadratmeter Leinwand.

Keine zwei Stunden braucht er für ein Rennboliden-Motiv - meistens in Ferrari-Rot. „Diese Acrylfarbe hat für mich einfach die beste Qualität”, sagt er. Das finden auch Formel-1-Könige wie Michael Schumacher und Nick Heidfeld, die den Künstler aus der Kaiserstadt regelmäßig an den Rennstrecken treffen.

Live-Sendung mit Niki Lauda

Monaco, Singapur, Montreal - am kommenden Wochenende in Monza. Da wird er am Sonntag für RTL ab 13 Uhr neben Moderator Florian König und Rennsportlegende Niki Lauda ein Acrylgemälde für den RTL-Spendenmarathon malen. „Wenn dann noch einige Original-Autogramme von Formel1-Stars wie Schumi oder Nick auf das Bild kommen, wird es sicherlich einen schönen Betrag für die gute Sache einbringen”, sagt Floßdorf. Bei einem zwei mal drei Meter großen Acrylgemälde summiert sich schon der Materialwert „wegen der verdammt teuren Farben” auf rund 1000 Euro. Verkauft wird so ein Bild dann nicht selten für das Fünfzehnfache.

Dabei schwärmen nicht nur Promis wie der ehemalige Ferrari-Chef Jean Todt von Floßdorfs Serie „Fine Arts of Formula One Racing Cars”. Durch die Kombination von Acrylmalerei und Zeichnung ergibt sich bei den Rennsportszenen, die der 46-Jährige in enormer Geschwindigkeit einfängt, eine erstaunliche Wirkung. „Für mich ist es das schönste Kompliment, wenn Betrachter meiner Bilder sagen, sie könnten dabei den gewaltigen Sound eines Formel1-Rennwagens spüren”, erklärt der Aachener. Vor allem auf brachiale Dynamik legt er Wert - und natürlich Tempo, auch in Karrierefragen.

„Als ich mich vor einigen Jahren selbstständig machte, wollte ich von Anfang an nicht kleckern, sondern klotzen”, erinnert er sich. „Also habe ich mich damals beim ZDF-Sportstudio vorgestellt - und bin dann tatsächlich mit meiner Sportmalerei eingeladen worden.” Dann ging alles Schlag auf Schlag: Erst stattete er VIP-Logen am Nürburgring mit seiner Kunst aus, dann arbeitete er für den ADAC. Sogar Kreditkarten gibt es schon mit Floßdorfs Motiven. Mittlerweile stellt er rund um den Globus aus - in Paddocks an der Rennstrecke und in Nobelhotels. „Da muss man flexibel sein, wenn man im Merchandising-Geschäft dauerhaft Fuß fassen will”, sagt er.

Und wenn er nicht gerade die Formel 1 mit Acrylfarben großformatig in Szene setzt? „Dann arbeite ich als Grafikdesigner, entwerfe Logos und Schriftzüge. Oder ich widme mich der Porträt- oder Aktmalerei”, erklärt Floßdorf. Das darf dann auch gerne mal etwas länger als ein Formel-1-Rennen dauern.
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