Aachen - Fernrohre in die Vergangenheit der Stadt

Fernrohre in die Vergangenheit der Stadt

Von: Carolin Kruff
Letzte Aktualisierung:
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Spannende Einblicke für kleine und große Menschen: Auf fünf Plätzen der Altstadt – wie hier am Münsterplatz – informieren insgesamt sechs Chronoskope in Bild, Ton und Text über wichtige Aspekte der Aachener Stadtgeschichte. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Aachener Geschichte ist im Kasten – spannend, kurz und fantasievoll. Wer die sechs kurzen Filme zu verschiedenen Aachener Themen sehen möchte, muss allerdings kein Kino ansteuern, sondern „Chronoskope“ – en passant und ganz ohne Eintrittskarte.

Die außergewöhnlichen Open-Air-Mediensäulen wurden erst kürzlich an sechs Standorten in der Altstadt platziert und informieren über Dom, Rathaus, Pfalz, Granusturm, Capitulare de Villis und die heißen Quellen – 365 Tage im Jahr, Tag und Nacht. Dabei haben die 2,50 Meter hohen Stelen immer einen direkten Bezug zu ihrem Umfeld. 2009 begann die Planung dieses ehrgeizigen Projekts, das Teil des Konjunkturprogramms „Nationale Welterbestätten“ und der Freiraumgestaltung Pfalzbezirk ist. Die Herausforderung bestand nicht nur darin, punktgenau auf Aspekte der Stadtgeschichte einzugehen, sondern diese auch medial ansprechend aufzubereiten und nicht zuletzt die Stelen so zu gestalten, dass sie zwar auffallen, sich aber dennoch dezent in das Stadtbild einfügen.

Bei der Konzeption setzte die Stadt daher nicht nur auf ein interdisziplinäres Team aus Historikern, Denkmalpflegern, Experten für Stadtgestaltung und Medienwissenschaftlern, sondern insbesondere auf den „scharfen Blick“ der Ausstellungsmacherin Monika Müller-Rieger. Ihr Credo: Die Chronoskope sollen Geschichten erzählen und keine Meinungen vorgeben, Fakten vermitteln und die Neugierde wecken. „In Bild, Ton und Text sollen komplexe Sachverhalte einfach dargestellt werden.

Die Chronoskope sind Fernrohre in die Vergangenheit, die es in der Form nur in Aachen gibt“, so Müller-Rieger. Gertrude Helm, Abteilungsleiterin Stadterneuerung und Stadtgestaltung bei der Stadt, ergänzt: „Die Chronoskope machen Appetit auf die Stadt und deren Geschichte.“ Vis à vis zum Karlsgärtchen wird etwa anschaulich das Capitulare de Villis, die von Karl dem Großen initiierte Landgüterverordnung, dargestellt, am Hof wird die Geschichte der Mineralthermen als Zeichentrickfilm lebendig, am Hühnermarkt gibt es exklusive Einblicke in den Granusturm. Jede Stele ist mit drei Gucklöchern ausgestattet, die in verschiedenen Höhen angebracht sind und gleichzeitig benutzt werden können.

Die Zeitmaschinen starten in der Gegenwart: Zunächst eröffnen die Gucklöcher wie durch ein Fenster einen Blick auf die aktuelle Szenerie. Erst durch das Drücken des Startknopfes beginnt die Zeitreise – wahlweise auf deutsch, englisch, französisch oder niederländisch. „Die Filme und Informationen sind jederzeit austauschbar. So können wir die Chronoskope immer auf dem neusten Stand halten und auf aktuelle Aspekte hinweisen“, verrät Gertrude Helm.

Außer durch Fördergelder wurde das 360.000 Euro teure Projekt auch von vielen Sponsoren gestemmt. Es besteht noch die Möglichkeit Sponsor oder Pate für eine Stele zu werden.

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