Ferienspiele in Brand: Den vier Elementen auf der Spur

Von: Anja Klingbeil
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Einkaufen für das Mittagessen
Einkaufen für das Mittagessen - auch das gehört zu den Ferienspiele: Ben (v.l.), Lara, Lara, Betreuer Marco Marschall, Paul und Carolin Knops haben jede Menge Nudeln und Tomatensoße im Wagen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Spaghetti, sechs Packungen. Ob das für 32 hungrige Kindermägen reicht? Da packt die achtjährige Lara lieber noch eine Packung drauf. Dazu noch drei Kilogramm Hackfleisch, reichlich Tomatensoße, Gewürze und ein wenig Sahne - fertig ist die Bolognese.

Die gibt es Montagmittag für eine Ferienspielgruppe von St. Donatus in Brand. Insgesamt 240 Mädchen und Jungen sind mit von der Partie bei den Ferienspielen der Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) in Zusammenarbeit mit dem Mobilé St. Donatus. Vier Kindern, die nicht aus Brand kommen, musste abgesagt werden. Die Kapazitäten sind erschöpft. Mit 240 Teilnehmern ist bei den Ferienspielen das Limit erreicht.

Die Zahl der Kinder ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. „Für mich ist das auch ein sozialer Indikator. Daran lässt sich ganz gut abmessen, wie das Gefüge im Stadtteil ist”, sagt Karl Simons, Leiter der Ferienspiele. Immer mehr Familien fahren kürzer oder gar nicht in den Urlaub. Die Anzahl der Alleinerziehenden, die auf eine solche Maßnahme wie Ferienspiele angewiesen sind, um ihre Kinder zu betreuen, steigt.

„Im Gegensatz dazu, sind unsere Reisen in Ferienlager weniger gefragt”, sagt Karl Simons. Vor einigen Jahren noch waren es lediglich 180 Kinder, die sich rund um St. Donatus tummelten. Zählt man nun noch die Ferienspiele der Grundschule mit dazu, sind es fast 300 Mädchen und Jungen. Verstärkt melden sich zudem Familien, die finanzielle Unterstützung brauchen, um ihren Kindern die Ferienspiele überhaupt möglich zu machen.

Mehr Kinder, so sagt Karl Siemons, können aus organisatorischen Gründen nicht mehr aufgenommen werden. Das Team der Ehrenamtler - jede Gruppe wird von vier bis sechs Helfern betreut - ist eingespielt. Lukas Klein-Brömlage war selbst Teilnehmer bei den Ferienspielen, dann Ehrenamtler. Heute bildet der 22-Jährige mit Karl Siemons das Organisationsteam. „Solche positiv Verrückten braucht man natürlich”, sagt Siemons und lacht.

Mit zehn Jahren war Lukas Klein-Brömlage zum ersten Mal bei den Ferienspielen mit dabei. Derzeit studiert er Lehramt in Münster. In Brand zu helfen, wollte sich der 22-Jährige auf keinen Fall nehmen lassen. „Das Tolle ist, dass hier alle Altersstufen zusammen sind. Nach wenigen Tagen entwickelt sich daraus eine faszinierende Verbundenheit”, sagt Lukas Klein-Brömlage.

Die nächsten zwölf Tage steht für die 240 teilnehmenden Kinder von sieben bis 14 Jahren ein spannendes Programm an. Das steht unter dem Motto „Feuer, Wasser, Erde und Luft”. Die vier Elemente werden unter anderem am Rursee und am Hangeweiher erkundigt. Einen Tag geht es in den Freizeitpark „Irrland” sowie zum Zelten in den Brander Wald.

„Darauf freue ich mich am meisten”, sagt Paul und packt fröhlich ein Netz frischer Zwiebeln in den Einkaufswagen. Der Zehnjährige ist Ferienspiel-Profi. Zum dritten Mal macht er bereits mit. Und findet es immer wieder super. Auch, dass die Gruppen für die zwei Wochen ein festes Budget haben, von dem sie ihre Ausflüge bezahlen oder eben ihr Mittagessen einkaufen. Das liegt zwischen 700 und 1000 Euro je Gruppe. Davon jedenfalls kann man reichlich Spaghetti kaufen.
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