Fenster als Alleskönner: Die Verbraucherzentrale berät zur Sanierung

Von: Kristina Toussaint
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Aachen. Viele Haushalte in Aachen haben noch keine zeitgemäße Wärmeschutzverglasung, zudem sind Doppelverglasungen häufig bereits sanierungsreif. Nicht nur Energieeinsparungen, auch Lärmschutz, Einbruchsicherheit und Barrierefreiheit spielen eine wichtige Rolle bei der Fensterplanung.

Die Aktion „Wir blicken durch: Fenster richtig planen“ der Verbraucherzentrale NRW bietet Beratung für Sanierungsmaßnahmen.

„Moderne Fenster sind richtige Alleskönner und müssen viele verschiedene Funktionen erfüllen“, so Energieberaterin Maria Feldhaus. Fenster müssen heute luftdicht sein, die Innenwärme halten, Schutz vor Straßenlärm und Einbrechern kein leichtes Spiel bieten. Je nach den individuellen Bedürfnissen der Bewohner soll außerdem die sommerliche Außenwärme abgehalten werden oder die Barrierefreiheit gewährleistet sein.

Um Wohnraum-Eigentümern die Navigation zwischen all diesen Anforderungen zu erleichtern, soll die Aktion der Verbraucherzentrale bei der Frage „Ist mein Fenster ein Sanierungsfall?“ Unterstützung bieten. Die seit den 70er Jahren verbaute Doppelverglasung, die die meisten heute noch in den Fenstern haben, bietet zur zuvor üblichen Einfachverglasung immerhin eine Halbierung des Wärmeverlustes.

In neueren Doppel- oder Dreifachverglasungen wird jedoch inzwischen darauf gesetzt, ein Gasgemisch zwischen den Scheiben einzuschließen. „Im Vergleich zur bloßen Luftschicht reflektiert diese Metallbedampfung der Scheibe die Innenwärme viel besser und wirft sie zurück in den Raum“, so Max Brammertz von der Tischler-Innung. Der Wärmeverlust kann hierdurch gegenüber der normalen Doppelverglasung bis um das Vierfache reduziert werden. „Gute Verglasung erhöht die Behaglichkeit“, folgert Energieberaterin Feldhaus.

Auch alle anderen Komponenten müssen aber aufeinander abgestimmt sein. Da rund 20 bis 40 Prozent der Fensterfläche auf den Rahmen entfallen, gilt es hier, das richtige Material zu wählen. In Privathaushalten kommen meist Kunststoff oder Holzrahmen zum Einsatz. Beide Materialien seien gut geeignet, es komme hier vor allem auf persönliche Preisvorstellungen und Wünsche bezüglich Nachhaltigkeit und Optik an, so Fensterexperte Brammertz.

Was den Schutz vor Einbrechern angeht, kann das Aufhebeln des Fensters durch die sogenannte „Pilzkopfverriegelung“ verhindert werden. Spezielle Sicherheitsgläser verhindern durch unsichtbare Klebefolien, dass eine durch einen Schlag gesplitterte Scheibe auseinanderfällt. Auch die Schalldämmung moderner Fenster ist inzwischen sehr ausgeprägt und kann die Lärmbelastung um bis zu 45 Dezibel reduzieren.

Fördermöglichkeiten zur Fenstersanierung bietet zum Beispiel die Förderbank KfW. Mit der Unterstützung eines Energieexperten kann ein Zuschuss oder Kredit für energieeffizientes Sanieren beantragt werden. Einen Zuschuss für einen altersgerechten Umbau, also beispielsweise Maßnahmen zum Einbruchsschutz oder zur Barrierefreiheit, kann jeder selbst beantragen.

Weitere Informationen gibt es bei der Verbraucherzentrale (AachenMünchener-Platz 6) und unter verbraucherzentrale.nrw. Ein 90-minütiger Beratungstermin zur Energiereduzierung kostet 60 Euro.

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