Fehlpass statt Doppelpass bei Fußballcamp

Von: Hans-Peter Leisten
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So soll in den Herbstferien der Ball rollen: Die Kunstrasenplätze am Tivoli sind den Teilnehmern der Alemannia Fußballakademie vorbehalten. Die Kinder der „Do it Socceruniversity“ finden eine Alternative im Vichttal.

Aachen. Ist alles ein Missverständnis? Hat eine Seite foul gespielt? Oder ist der Vorfall einfach den – vorsichtig formuliert – immer noch unsicheren Verhältnissen am Tivoli geschuldet? Fakt ist: Die Kinder und Jugendlichen, die in den Herbstferien im Rahmen der Fußballschule „Do it - socceruniversity“ auf den Tivoli-Plätzen Fußball spielen und vor allem lernen wollten, müssen sich eine andere Ferienbeschäftigung suchen.

Oder ihre Pläne auf die Fußballakademie von Alemannia Aachen umswitchen. Achim Rodtheut, Leiter von „Do it“, hatte wie seit 13 Jahren für die Herbstferien Fußball-Camps vorbereitet und in der Öffentlichkeit angekündigt.

Er ging nach eigener Aussage davon aus, dass die Vereinbarung darüber, die vor Jahren mit dem Verein TSV Alemannia Aachen getroffen worden war, weiter Bestand hat. Das sehen allerdings die Verantwortlichen von Alemannia Aachen ganz anders, die inzwischen zur Förderung der Jugendarbeit selbst besagte Fußballakademie ins Leben gerufen haben.

Hier wird den Jugendlichen ein im Grunde vergleichbares Angebot gemacht: fünf Tage Fußball-Camp auf den Kunstrasenplätzen, individuelles Trainings- und Betreuungsprogramm, Rahmenprogramm und so weiter.

Alemannia beruft sich dabei auf völlig veränderte Rechtsverhältnisse – dass nämlich nicht mehr der Verein, sondern die GmbH Geschäftspartner ist. Rodtheut wäre also von falschen juristischen Voraussetzungen ausgegangen.

Und unter diesen Vorzeichen hat die Kanzlei Mönning & Georg – Mönning ist bekanntlich Insolvenzverwalter von Alemannia Aachen – Rodtheut eine unmissverständliche Stellungnahme zukommen lassen. Spätestens im August wäre Rodtheut darauf hingewiesen worden, dass zwischen ihm und der GmbH kein Vertragsverhältnis existiere, „welches eine Nutzungsberechtigung der auf dem Gelände Tivoli befindlichen Einrichtungen und Fußballplätze begründen“ könne.

„Gehe nicht auf Kontra“

Der Leiter von „Do it“ sei darauf hingewiesen worden, dass eine Nutzungsgenehmigung durch den TSV gar nicht hätte erteilt werden können und auch niemals eine Genehmigung erteilt worden sei.

Angesichts dieser offensichtlich klaren Rechtslage hat Achim Rodtheut jetzt einen Rückzieher gemacht: „Ich gehe nicht auf Kontra, eine juristische Auseinandersetzung würde keinen Sinn machen.“ Und er hofft perspektivisch auf Gespräche mit dem TSV Alemannia Aachen nach den Herbstferien. Damit diese Hoffnung Realität wird, muss sich aber augenscheinlich die Rechtslage ändern.

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