Aachen - FDP und Handel fordern Bushaltestelle auf dem Markt

FDP und Handel fordern Bushaltestelle auf dem Markt

Von: Robert Esser
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Aseag bus

Aachen. Wer reißt das Steuer herum? Während viele noch über mögliche Maßnahmen zur Unterstützung des Einzelhandels in der historischen Altstadt debattieren, gibt die FDP Gas. Die Liberalen fordern jetzt in einem Ratsantrag die (Wieder-)Einrichtung einer Bushaltestelle auf dem Aachener Markt.

„Die Aseag wird beauftragt zu prüfen, welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen und wie durch eine solche Haltestelle, in Verbindung mit einer Ringbuslinie, insbesondere die Knotenpunkte Elisenbrunnen und Bushof sowie der Bahnhof und der Bendplatz besser an die Altstadt angebunden werden können“, zitiert Ratsherr Peter Blum, verkehrspolitischer Sprecher der FDP, aus dem Antrag.

Den Haltepunkt am Karlsbrunnen hatte die Aseag 2001 aufgegeben und damit den Kreisverkehr der kleinen „Midi-Busse“ (Marktliner) in damaligen Zehn-Minuten-Takt aus Kostengründen eingestellt. Größere Busse seien für den Markt wegen der engen Linkskurve an der Ecke zur Mostardstraße ungeeignet, hieß es damals.

Seitdem der Marktplatz von der Linie 4 nicht mehr direkt angefahren, sondern über Judengasse und Eilfschornsteinstraße geführt wird, beklagt der Einzelhandel erhebliche Einbußen. „Ganz klar: Die Kundenströme sind in den vergangenen Jahren erheblich zurückgegangen“, erklärt Gabriele Neumann von der Karls-Apotheke. „Vor allem ältere Kunden sagen uns hier am Markt immer wieder, dass sie nicht mehr zu uns kommen können, da ihnen der Fußweg einfach zu beschwerlich ist“, schildert sie.

Seit Jahren fordern die benachbarten Geschäftsleute, darunter auch Gas-tronom Matthias Erforth vom „Goldenen Schwan“, dass der Platz vor dem Rathaus wieder von der Aseag angesteuert wird. Bislang ohne Erfolg. Dabei seien die Auswirkungen auf die Geschäftswelt längst offensichtlich: Derzeit stehen drei große Ladenlokale am Markt leer. „Wenn die Bushaltestelle wieder eingerichtet würde, wäre das eine riesige Erleichterung für alle“, sagt Neumann.

FDP-Politiker Blum mahnt, schnellstmöglich Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine ex-treme Verlagerung der Kundenströme zum entstehenden Einkaufszentrum Aquis Plaza abfedern. „Es ist dringend notwendig, dass der Markt und seine Umgebung wieder stärker in den Fokus gerückt und belebt werden“, erklärt er. „Gerade vor dem Hintergrund einer zunehmenden Zen-tralisierung der Einkaufsmöglichkeiten in den Arealen Elisenbrunnen, Adalbertstraße und Kaiserplatz können von dieser Maßnahme auch Gewerbe und Gastronomie rund um den Markt nachhaltig profitieren“, betont Blum.

Es sei nicht hinnehmbar, dass Marktplatz und Rathaus für Bürger und Touristen nur fußläufig erreichbar blieben. Weite Teile der touristisch bedeutsamen Altstadt – etwa Münsterplatz und Dom-Haupteingang – seien „praktisch vom Busnetz abgeschnitten“. Die FDP kritisiert zudem, es gebe keine direkte Busverbindung zu den ausgewiesenen Reisebusparkplätzen der Stadt. „Ältere Touristen müssen auf dem Rückweg von der City zum Bendplatz lange, ansteigende Wege bewältigen“, bemängelt der verkehrspolitische Sprecher.

Blum ist gespannt auf die Reaktion der anderen Ratsfraktionen: „Jetzt können sie das Steuer herumreißen und zeigen, ob es ihnen mit der angekündigten Aufwertung der historischen Innenstadt wirklich ernst ist“, sagt er.

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