FDP: Sparen und dennoch gestalten

Von: Oliver Schmetz
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Blicken der Kommunalwahl optimistisch entgegen: die Aachener FDP-Ratsmitglieder Sigrid Moselage und Wilhelm Helg (2.v.r.) sowie die die Städteregionskandidaten Schorsch Helg (l.) und Dr. Werner Pfeil. Foto: Steindl

Aachen. Vor fünf Jahren war die Welt für die Liberalen noch in Ordnung. Sechs Sitze holte man bei der Kommunalwahl im Aachener Stadtrat, mit sechs Abgeordneten zog man auch in den Städteregionstag ein – eine solide Fraktionsstärke für die FDP in beiden Parlamenten.

Doch dann kam der historische Absturz bei der jüngsten Bundestagswahl, und seitdem haben nicht wenige Liberale ein paar Fragezeichen im Kopf, wenn sie an den 25. Mai denken. „Es ist schwierig vorherzusagen, wie die Stimmung für uns ist“, sagt Dr. Werner Pfeil, der für den Posten des Städteregionsrats kandidiert. „Aber es gibt genug gute Gründe, die FDP zu wählen“, fügt er schnell hinzu.

Und auch der Fraktionschef der Liberalen im Aachener Stadtrat, Wilhelm Helg, gibt sich optimistisch: „Wir machen uns keine Sorgen um unseren Fraktionsstatus.“ Das Desaster der FPD bei der Bundestagswahl habe vor allem im Osten stattgefunden, in Aachen habe man dagegen noch mehr als sechs Prozent geholt. Deshalb rechne er auch bei der Kommunalwahl wieder mit einem vernünftigen Ergebnis, sagt Helg: „Und vielleicht können wir im Stadtrat sogar noch das eine oder andere Mandat hinzubekommen.“

Schließlich habe die FDP einige „Alleinstellungsmerkmale“ aufzuweisen. In Aachen sei dies zum Beispiel der einsame Kampf gegen die Campusbahn gewesen, zumindest was die Ratsfraktionen angeht. Dass man damit dann zwei Drittel der Wähler auf der eigenen Seite gehabt habe, bestärkt Wilhelm Helg in seiner optimistischen Erwartung bezüglich der Kommunalwahl. „Daran wird sich mancher noch erinnern.“ Außerdem seien die Liberalen ebenso einsame Gegner der Gewerbesteuererhöhung, die den Wirtschaftsstandort Aachen gefährde: „Für einige mittelständische Unternehmen ist das durchaus ein Standortfaktor.“

In der Städteregion sehen sich die Liberalen in der Rückschau als einzige ernstzunehmende Oppositionspartei gegen die schwarz-grüne Mehrheit. „Ich bin richtig stolz, was wir in den viereinhalb Jahren haben bewirken können“, sagt Georg Helg, Spitzenkandidat der FDP für den Städteregionstag, oder besser Schorsch Helg, wie er sich auf den Wahlplakaten nennt. Viele Ideen seiner Fraktion seien zunächst abgelehnt und dann von der Mehrheit Monate später in leicht abgewandelter Form aufgegriffen worden, kritisiert der Alt-Liberale und bekräftigt: „Wir waren immer die Antreiber für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.“ In Zukunft sei allerdings in der Städteregion das Sparen ein Hauptthema, so Pfeil – „bei 100 Millionen Euro Verschuldung in nur fünf Jahren und angesichts aufgebrauchter Rücklagen“.

In Aachen schreiben sich die Liberalen für die Zukunft vor allem die Entwicklung der Altstadt auf die Fahnen. Wichtig sei eine Vernünftige Anbindung des riesigen Einkaufszentrums „Aquis Plaza“ an die übrige Innenstadt, speziell die Einkaufsbereiche rund um den Markt, meint Wilhelm Helg. „Da wollen wir eine Stelle für einen externen Manager ausschreiben.“ Dieser Startschuss müsse nun erfolgen – „schließlich hat Aachen bei der Entwicklung der Altstadt in den letzten 20 Jahren geschlafen“.

„Wir sind etwas origineller“

Nicht von ungefähr lautet der Slogan der FDP in Aachen deshalb „Aufwaachen“, während man in der Städteregion an das „AC-Gefühl“ appelliert. „Wir wollen auf das Verbundenheitsgefühl hinweisen, das es geben sollte“, sagt Schorsch Helg. Mit der eigenen Wahlwerbung ist der Spitzenkandidat im Übrigen sehr zufrieden: „Bei den anderen Parteien ist doch alles austauschbar. Unsere Kampagne ist da etwas origineller.“

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