Aachen - Fatales Feuer: Hockey-Asse ohne Rollstühle vor dem Aus

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Fatales Feuer: Hockey-Asse ohne Rollstühle vor dem Aus

Von: Thorsten Karbach
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Bild der Verwüstung: RSC-Vorsitzender Raymond Böhmer mit dem abgebrannten Anhänger. 26 Rollstühle sind zerstört. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Was bleibt, ist ein Haufen verkohlter Schrott. Und damit ein Bild des Grauens für Raymond Böhmer. Der Vorsitzende des Rollstuhlsportclubs (RSC) Aachen ringt mit den Worten, als er den Anhänger sieht - oder das, was von diesem übrig geblieben ist.

In der Nacht zum Sonntag ist der Anhänger, in dem 26 Sportrollstühle und Hockeyschläger gelagert waren, abgebrannt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Zwei Jahre hatte der Anhänger nun schon unbeschadet auf dem Hof der Grundschule Brander Feld gestanden. Er war dem Verein von der Aachener Bank gespendet worden. Nun das. „Es ist entsetzlich, ganz, ganz traurig”, sagt Böhmer mit schwerer Stimme. „Mit dem Sport ist es bei uns erst einmal zu Ende.”

Es war die gesamte Ausrüstung des RSC, die zerstört wurde. Man braucht schon etwas Fantasie, um in den Metallringen und -Streben die Gerippe von 26 Rollstühlen zu erkennen. Der Schaden wird von Polizei und RSC auf rund 30.000 Euro geschätzt - so ein Sportrollstuhl kostet rund 1000 Euro. Und die meisten sind Maßanfertigungen. „Das ist wie bei Fußballschuhen. Der eine trägt 38 und der andere eben 42”, sagt Böhmer. Die normale Sportversicherung beim Landessportbund sieht keinen Brandschutz vor. Rollstühle und Hockeyschläger sind verloren, und der Verein bleibt mit dem Schaden alleine. „Das ist schon heftig”, sagt Böhmer.

Damit meint er auch die Auswirkungen: Ohne Ausrüstung gibt es keinen Sport für die etwa 30 Mitglieder des RSC. Zwar ruht die Rollhockeysaison, in der der RSC jedes Jahr mit ein bis zwei Mannschaften startet und 2005 mit den „Piranhas” Deutscher Meister wurde, noch, aber der fünfte „Spender Cup” muss auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Dabei ist es gerade dieses Turnier für den guten Zweck, dass das Dasein des RSC ausmacht. Denn hier geht es einerseits um Sport, andererseits um Integration, wenn bei diesem Turnier Vereins- und Spaßmannschaften Seite an Seite Rollhockey spielen. Und - dies ist das Besondere der Sportart - Menschen mit und ohne Behinderung in Rollstühlen gemeinsam dem kleinen Ball hinterherjagen. „Das Vereinsleben, die sozialen Kontakte, die über das Training zwischen Behinderten und Nichtbehinderten aufgebaut werden - alles ist in Flammen aufgegangen. Das ist schlimm”, so Böhmer. „Wir brauchen dringend Unterstützung.”

Dabei helfen möchte unsere Zeitungsaktion „Menschen helfen Menschen”. Für Geldspenden steht wie immer unser Spendenkonto (776666, bei Sparkasse Aachen, BLZ. 39050000) zur Verfügung: Stichwort Rollstühle.
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