Fastenbrechen unter gutem Stern

Von: Oliver Schmetz
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Besuch in der Küche: Im „Per
Besuch in der Küche: Im „Pera” bereiten die Köche (v.l.) Sing Sing, Aksu Haydar und Chefkoch Lüfte Besler das traditionelle Iftar-Essen der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu. Oberbürgermeister Marcel Philipp, Osman Karaduman, Ahmet Kalkan und Mücremin Yildiz freuen sich schon aufs Fastenbrechen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Binnen Jahresfrist kann sich einiges ändern - und in diesem Fall zum Guten. Überschatteten im vorigen September noch die umstrittenen Thesen eines Thilo Sarrazin und eine unmittelbar bevorstehende Neonazi-Demo gegen den Aachener Moschee-Neubau das traditionelle Iftar-Essen der Türkisch-Islamischen Gemeinde (Ditib) in Aachen, so herrschte diesmal die pure Harmonie.

Was nicht nur daran liegt, dass aktuell hierzulande niemand mit islamfeindlicher Hetze von sich reden macht. Denn man hätte das gemeinsame Fastenbrechen mit Vertretern aus Politik, Kirchen, Wirtschaft und Gesellschaft wohl kaum besser terminieren können: Wenn es wie berichtet morgens auf der Moschee-Baustelle nach gut zweimonatiger Zwangspause endlich wieder weitergeht, dann kann eine Feier am gleichen Abend eigentlich nur unter einem guten Stern stehen.

Und so konnte Ahmet Kalkan in Vertretung des in der Türkei weilenden Aachener Ditib-Vorsitzenden Abdurrahman Kol in ausgesprochen gelöster Stimmung im Restaurant „Pera” in der Pontstraße zahlreiche Gäste und Freunde der Gemeinde begrüßen. Danach erhob sich bis zum Sonnenuntergang um kurz vor 21 Uhr, nach dem im Fastenmonat Ramadan erst Speisen eingenommen werden dürfen, eine wahre Welle aus Grußworten und Lobreden.

Da unterstrichen unter anderem Oberbürgermeister Marcel Philipp und die Aachener Bundestagsabgeordneten Petra Müller (FDP) und Rudolf Henke (CDU), wie hervorragend das Zusammenleben mit der türkischen Gemeinde funktioniere, da betonten Martin Obrikat, stellvertretender Superintendent des evangelischen Kirchenkreises, und Regionaldekan Josef Voß für die christlichen Kirchen die Verbundenheit im Glauben.

Anschließend gab es zwischen bunten Vorspeisentellern, Rinderbraten und süßem Gebäck reichlich Raum für den eigentlichen Zweck des Abends: den Austausch beim gemeinsamen Essen. Wo das Iftar im kommenden Jahr stattfindet, steht noch nicht fest. Vielleicht schon im Rohbau der neuen Moschee? Binnen Jahresfrist kann sich schließlich einiges ändern.
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