Fast ein Weltrekord zwischen Flusskrebsen und Würstchen

Von: Robert Esser
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Historisch: Zwischen Dom und Rathaus liefen die Athleten beim NetAachen-Domspringen zur Höchstform auf. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der Titel traf genau den richtigen Ton: „We are the Champions” schallte um 20.45 Uhr aus den Lautsprechern auf dem Aachener Katschhof. Rund 5000 Zuschauer feierten den sagenhaften Rekordsprung des Erstplatzierten Malte Mohr: 5,90 Meter. Stattliche 15 Zentimeter mehr als der bisherige Aachen-Rekord.

Damit ist in Sachen Stabhochsprung zwischen Dom und Rathaus seit Mittwochabend der weltweit zweithöchste Sprung in diesem Jahr ganz offiziell aktenkundig. „Das ist der absolute Hammer”, schwärmte Organisator Michael Leers nach der Siegerehrung. Der Vorsitzende der Leichtathletik-Abteilung von Alemannia Aachen suchte überglücklich nur noch nach Superlativen: „Darauf haben wir fünf Jahre lang hingearbeitet, grandios! Und dieses Publikum hier ist einfach fantastisch. Der Hammer!”

Die sechste Auflage des NetAachen-Domspringens faszinierte die Besucher in der Tat bis in den Abend. Auch am Rande der sportlichen Highlights. Zum Beispiel, weil Stabhochsprung-Star Tim Lobinger bei einem missglückten Satz über die gut fünf Meter hohe Hürde bei der Landung rücklings landend die Latte zerknickte.

Und weil die erste La-Ola-Welle schon bei der Höhe von 5,61 Metern durch das improvisierte Stadion wogte. Aber vor allem, weil dieser außergewöhnliche Sport-Event bei kostenlosem Eintritt über die Bühne ging. „Das ist unser Dank an die Aachener Bürger”, sagte NetAachen-Geschäftsführer Andreas Schneider. „Besonders schön ist, dass wir dieses Highlight auf dem schönsten Platz dieser Stadt, eigentlich einem der schönsten Plätze der Welt präsentieren dürfen.”

Oberbürgermeister Marcel Philipp pflichtete bei: „Wir filtern sehr genau, zu welchen Veranstaltungen wir den Katschhof freigeben. Das NetAachen-Domspringen ist zweifellos ein Top-Event. Das wünschen wir uns auch im kommenden Jahr wieder.”

Der Besucher-Andrang war immens. Gegen 18 Uhr mussten die ersten Zugänge zu den 4000 Steh- und 1000 Sitzplätzen abgeriegelt werden. Die Moderatoren Robert Moonen und Dirk Bartholomy, Vorsitzender der Leichtathletik-Kreises Aachens, spornten die Fans immer wieder an. Rhythmisches Klatschen, gellende Pfiffe und schrille Anfeuerungsrufe motivierten die Athleten auf dem 50 Meter langen Holzlaufsteg Richtung Hochsprunglatte.

Dazu gab´s Wurstbrötchen für die Fans auf dem Katschhof, während Spitzenkoch Maurice de Boer mit Gazpacho mit Flusskrebsen und mariniertem Portwein-Hering die VIP-Gäste auf der Ratskeller-Terrasse beglückte. Apropos Glück: Das Wetter - inklusive Rückenwind für die Stabhochspringer, die noch bis spät in die Nacht am Markt feierten - spielte mit. „Tonight´ gonna be a good Night” sangen die Black Eyed Peas zum Wettkampf-Start über die Tonanlage. Auch das war treffend.
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