Fassaden-Pläne für Rothe Erde landen im Papierkorb

Von: Oliver Schmetz und Lars Odenkirchen
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rotheerdebild
Eine Planung, die im Papierkorb gelandet ist: Die Sanierung der Fassade des Bahnhofs Rothe Erde sorgt weiterhin für Gesprächsstoff.

Aachen. Es gibt manchmal Sätze, die eine ganze Diskussion punktgenau zusammenfassen - und nach denen es eigentlich nicht mehr viel zu sagen gibt. Sigrid Moselage hat diese am Donnertagabend im Planungsausschuss gefunden.

„Es gibt doch immer diese Bilder, die zeigen, wie es vorher und nachher aussieht”, sagte die FDP-Ratsfrau bei der Debatte über die Sanierung der Fassade des Bahnhofs Rothe Erde. „Und beim Blick auf die Pläne dachte ich zuerst, das ist noch vorher.”

Peng. So klingen Ohrfeigen. Und eine solche kassierten die Planer fraktionsübergreifend von der Politik, die die Idee, die Torbögen in der maroden Bahnhofsfassade mit Lamellen und Info-Schaukästen zu „verschönern”, kurzerhand in den Papierkorb beförderte. Zumal das Ganze auch noch, wie berichtet, 123000 Euro kosten sollte, die alleine die Stadt zu berappen hätte.

Richtig zufrieden war bereits am Mittwoch auch die Bezirksvertretung Mitte nicht mit den Plänen gewesen. „Wenig ergiebig” fanden die Bezirksvertreter durch die Bank die Beschlussvorlage und folgten am Ende einem Antrag von Marianne Conradt (CDU), der erheblich vom ursprünglichen Beschlussvorschlag abwich: Man sprach sich dafür aus, die Öffnung und Neugestaltung der Fassade unter Einbeziehung der Bürger noch einmal zu überplanen.

Dieser Empfehlung folgte der Planungsausschuss am Donnerstag allerdings nicht ganz. Denn eine Bürgerbeteiligung wird es nicht geben, weil es sie vor Jahren schon einmal gab. Und die war laut Verwaltung auch ganz erfolgreich, denn die Bürger äußerten viele gute Ideen, zum Beispiel auch für eine Belebung des tristen Vorplatzes etwa mit einer Außengastronomie.

Bloß: Das meiste davon scheiterte am Veto der Deutschen Bahn, mit der die Stadt schon seit vielen Jahren in äußerst schwierigen Verhandlungen über die Gestaltung des Bahnhofs Rothe Erde steht. Denn die Bahn darf als Besitzerin des Gebäudes mitreden, und zwar entscheidend. „Wir bezahlen, müssen uns aber danach richten, was die Bahn da zulässt”, beschreibt Planungsdezernentin Gisela Nacken das für die städtischen Planer ernüchternde Verhältnis. Eine weitere Bürgerbeteiligung wäre vor diesem Hintergrund sinnlos.

Stattdessen soll nun der Architektenbeirat am Bahnhof Rothe Erde retten, was noch zu retten ist. Der Planungsausschuss beauftragte das mit lauter Fachleuten gespickte Gremium damit, nicht nur neue Ideen zu entwickeln, sondern diese vor allem auch mit der Deutschen Bahn sogleich abzustimmen - damit nicht sofort ein neues Veto möglicherweise hochfliegende Pläne vom Himmel holt. Und vielleicht, so hofft der Ausschussvorsitzende Harald Baal (CDU), „kommt ja am Ende noch etwas Besseres heraus als zuletzt”.
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