Fan-Projekt hat neue Bleibe an vertrauter Stelle

Von: Hans-Peter Leisten
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Neben den Fans die wichtigsten Säulen des Fan-Projektes: von links Robert Jacobs (Fan-Beauftragter Alemannia), Vera Schröder (Jugendamt), Karl Schultheis (AWO-Vorsitzender), Kristina Walther, Frithjof Kraemer (Alemannia-Geschäftsführer) und Christian Außem (Polizei). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Zeiten, in denen das Büro von Kristina Walther aus einem Laptop und einem Handy bestand, sind vorbei. Nicht dass die Leiterin des ersten Aachener Fan-Projektes deshalb bislang ihre Arbeit vernachlässigt hätte, aber intensive Fan-Arbeit macht nur dann Sinn, wenn die meist jungen Menschen bei Problemen eine feste Anlaufstelle haben.

Das ist jetzt gewährleistet, und man kann getrost davon ausgehen, dass die potenziellen Interessenten die Anlaufstelle bestens kennen: den früheren Alemannia-Fan-Shop am alten Tivoli an der Krefelder Straße.

Aber bevor ein Missverständnis aufkommt: Das Projekt ist eine soziale Einrichtung, liegt in der finanziellen Trägerschaft der Stadt Aachen, des Landes NRW und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und ist kein Abteilung der Alemannia. Nichtsdestotrotz hat der Klub im November 2008 nicht nur kräftige Starthilfe geleistet, sondern mit der Bereitstellung des Containers jetzt auch wichtige Überbrückungshilfe. Allen Beteiligten ist klar, dass die Bleibe kein Modell für die Ewigkeit ist, denn wenn in Jahresfrist der alte Tivoli neuer Wohnbebauung weicht, wird sicher auch der schwarz-gelbe Leichtbau Vergangenheit sein.

„Aber es war uns wichtig, einen Pflock einzurammen”, betonte Hermann Linnemann, Geschäftsführer der Aachener Arbeiterwohlfahrt (AWO). Die AWO hat wie in anderen Städten seinerzeit die fachliche Trägerschaft für das Projekt übernommen und in Kristina Walther die richtige Person für die Leitung gefunden.

Die Diplom-Sozialarbeiterin hat sich inzwischen einen Namen in der Fan-Gemeinde gemacht und begrüßte eine größere Anhängerschar bei der offiziellen Eröffnung des Projektbüros: „Dies hier ist nicht nur mein Büro, sondern auch euer Laden.” Ein Kicker und gemütliche Sitzgelegenheiten werden diesen Charakter künftig noch unterstreichen.

In der Tat haben zahlreiche Fans an der Gestaltung des großen Raumes mitgewirkt und ihm mit großem Wappen und Fußball-Graffiti in Schwarz-Gelb ein entsprechendes Aussehen verpasst. Entscheidend ist aber der Schreibtisch von Kristina Walther, denn der ist Anlaufstelle, wenn sich Fußballfans vertrauensvoll mit Problemen - egal welchen Ursprungs - melden. Die Sozialarbeiterin ist aber auch zur Stelle, wenn es um Konflikte mit Behörden, Fragen der Sicherheit, Integration der Fans, Straßensozialarbeit oder die Begleitung der Fans zu Auswärtsspielen geht.

Finanziert ist das Projekt zurzeit auf fünf Jahre. Die DFL und das Land haben aber laut Linnemann eine Aufstockung signalisiert. Und auch der Aachener AWO-Vorsitzende Karl Schultheis sagte bei der Eröffnung: „Wir hoffen auf eine personelle Aufstockung.” Auch wenn das Modell räumlich eine Partnerschaft auf Zeit sei, sei der Standort an der Krefelder Straße ein „gutes Signal”.

So findet man Kristina Walther: Fanprojekt Aachen, Krefelderstraße 187, 52070 Aachen, 0172/1974446, Email: walther@awo-aachen.de
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