Fan-IG will Gewalttäter „isolieren“

Von: Oliver Schmetz
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Groß war der Beifall am Montagabend auf der Jahreshauptversammlung für den Plan, wie sich die Alemannia im Rechtsstreit mit Michael Kölmel einigen will. Und doch gab es mit André Bräkling jemanden, dem die knapp 400 Mitglieder des Traditionsklubs noch stärker applaudierten. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Groß war der Beifall am Montagabend auf der Jahreshauptversammlung für den Plan, wie sich die Alemannia im Rechtsstreit mit Michael Kölmel einigen will. Und doch gab es mit André Bräkling jemanden, dem die knapp 400 Mitglieder des Traditionsklubs noch stärker applaudierten.

Denn der Sprecher und 1. Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Alemannia-Fans und Fanclubs sprach im Eurogress Klartext, was die ständigen Ausschreitungen von schwarz-gelben Anhängern wie zuletzt beim Auswärtsspiel in Essen angeht: „Es reicht jetzt. Es wird Zeit, dass diese Personen isoliert werden.“

Zwar sei der Polizeieinsatz in Essen, unter dem auch friedliche Alemannia-Fans leiden mussten, überzogen gewesen, erklärt der Sprecher der Fan-IG tags darauf der AZ. Doch seien nun einmal ein paar schwarz-gelbe Anhänger, die mit Böllern um sich warfen, der Auslöser des Ganzen gewesen.

Deshalb wolle man nun die Gewalttäter in den eigenen Reihen, deren Zahl man im Vorstand der Fan-IG auf „deutlich unter 100 Personen“ schätzt, schon auf der Anreise zu Auswärtsspielen ausgrenzen. „Es geht darum, diesen Personen aus dem Weg zu gehen, gegebenenfalls getrennt anzureisen oder das Abteil zu wechseln, wenn sich Ärger anbahnt.“ Dann könnten sich die Gewalttäter nicht – wie zuletzt auch in Essen – in der Masse der friedlichen Fans verstecken.

Bräkling spricht dabei ganz bewusst von „Einzelpersonen“, nicht von Fan-Clubs wie beispielsweise der „Karlsbande“, deren Mitglieder in der Vergangenheit häufig als Gewalttäter aufgefallen sind. „Wir müssen uns von dem Gruppierungs-Gedanken lösen, denn über die Gruppen sind die einzelnen Leute nur schwer zu greifen“, meint er. Wenn der Sprecher überhaupt von einer Gruppe spricht, dann von der der friedlichen Fans: „Und wir müssen zeigen, dass diese viel größer und auch deutlich relevanter ist.“

Gesicht zeigen, Position bekennen

Deshalb will die Fan-IG am Mittwoch, 11. September, eine Lichterkette um den Tivoli bilden, um mit einer öffentlichen Aktion „Gesicht zu zeigen und Position zu bekennen“, so Bräkling. Gemeinsam mit dem Verein „Jugend im Kampf gegen Gewalt“ soll so ein Zeichen gegen Extremismus gesetzt werden.

Andere Vereine und Schulen werden aufgerufen, an der Lichterkette teilzunehmen und ähnliche Aktionen zu veranstalten. Treffpunkt in Sachen Lichterkette ist am 11. September um 20.45 Uhr auf dem Tivoli-Vorplatz. Um die Mitnahme eigener Lichter wird gebeten, da nur eine begrenzte Anzahl zur Verfügung steht.

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