Famoses Fest zum 350. Geburtstag der Domglocken

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Mächtiger Gesang erfüllt die Kathedrale: Zum Diözesan-Kirchenchortag sind Sängerinnen und Sänger von rund 60 Kirchenchören nach Aachen gekommen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Auch Glockenklang und Chorgesang ließen am Wochenende auf beeindruckende Weise aufhorchen. Sieben der acht Glocken des Domes feierten ihr 350-jähriges Jubiläum, und auch in der achten befindet sich noch ein winziger Rest ihres Erstgusses.

1659 konnten der Aachener Glockengießermeister Franz von Trier und sein Sohn Jakob beim Guss dieses bundesweit größten barocken Domgeläuts nicht ahnen, dass 350 Jahre später ihr Meisterwerk auf so vielfältige Weise gefeiert würde.

Eigens aus Krefeld waren dazu der Glockensachverständige des Bistums, Norbert Jachtmann, und sein Beierteam von St. Anna angereist und faszinierten die im Domhof, auf dem Münsterplatz und Katschhof lauschenden Menschen, indem sie die ehernen Boten per Handzug zum Erklingen brachten.

Die Palette reichte von Urbs Aquensis und Salve Regina über das Westminster-Motiv bis zum Marsch von den Öcher Jonge und der eigens von Jachtmann komponierten Aachener-Dom-Beierhymne. „Es war ganz hervorragend, einmal andere Klangmotive zu hören”, brachte es Michael Dressen aus Stolberg auf einen Nenner.

Die Zuhörer waren in der Mehrzahl selbst aktive Sänger in Kirchenchören - hatte der Diözesan-Cäcilienverband Aachen doch zeitgleich zum Diözesan-Kirchenchortag geladen. 570 Teilnehmer aus 60 Chören waren der Einladung gefolgt.

„Wir wollten ihnen für ihre pastorale Arbeit einmal ein Zuckerstückchen servieren und die Verbindung zwischen Glockenklang und menschlicher Stimme demonstrieren”, sagte Kirchenmusiker Professor Michael Hoppe als Organisator.

Er dirigierte im vollbesetzten Dom bei einem tief beeindruckenden Pontifikalamt mit Bischof Mussinghoff die zu einem Chor vereinten Stimmen von St. Katharina, St. Foillan, St. Laurentius und St. Severin.

Das Münster wurde bei der Wucht ihres Gesanges, begleitet vom Bläserensemble „International Brass”, wahrhaft zur klingenden Kathedrale. In einer Symphonie des Aachener Stadtgeläutes vereinigten sich am Samstagnachmittag die Jubiläumsglocken des Domes mit den Geläuten von acht Innenstadtkirchen.

Domkapellmeister Berthold Botzet hatte hierzu eine fast einstündige Partitur in vier Sätzen erarbeitet. Die Menschen auf Katschhof und Münsterplatz hielten inne und blickten gebannt hinauf zu den Kirchtürmen, um der Harmonie von Introduktion, Religioso antique und Scherzo sowie der Wucht des grandiosen Finales zu erliegen.

Ein weiterer akustischer Leckerbissen fesselte am Sonntagnachmittag rund um Markt und Katschhof. Elena Sardina und Sergei Gratchev, zwei international gefeierte Glockenspieler (Carilloneure) aus Mechelen brachten unter Meisterhand die 49 Glocken im Marktturm des Rathauses zum Schwingen.
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