Aachen - Familiensonntag im Couven: Leben zwischen krummen Nadeln

Familiensonntag im Couven: Leben zwischen krummen Nadeln

Von: Hanna Sturm
Letzte Aktualisierung:
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So lebten Kinder früher: Historiker Michael Prömpeler erzählt spannende Geschichten beim Familiensonntag im Couven-Museum. Die jungen Besucher sind genauso beeindruckt wie ihre Eltern. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Wie haben Kinder vor 200 Jahren gelebt? Was hatten sie für Spielsachen und mussten sie auch jeden Tag in die Schule? Antworten auf diese und noch viele andere Fragen bekamen die Besucher beim Familiensonntag im Couven-Museum. Unter dem Motto „Zuhause wie es früher war” stand einen ganzen Tag lang die Kindheit im 18. und 19. Jahrhundert im Mittelpunkt.

Bei vier verschiedenen kindgerechten Führungen erklärten Museumspädagogen Familien bürgerliche Wohnkultur und wie sich der Kinderalltag vor mehreren hundert Jahren von der heutigen Zeit unterschieden hat.

So gaben die Räume im Haus Monheim etwa einen plastischen Eindruck davon, wie Großfamilien mit bis zu zehn Kindern gemeinsam unter einem Dach gelebt und auch gearbeitet haben. An den ausgestellten Spielzeugen wie Rasseln, Puppenkleider oder eine Miniaturküche konnten die jungen Besucher nachvollziehen, womit sich die Kinder früher die Zeit vertrieben, wenn sie denn einmal frei hatten. Denn das Kinder früher schon in jungen Jahren hart arbeiten mussten betont Museumspädagoge Michael Prömpeler in seiner Führung „Kinderalltag: Spiel und Ernst” immer wieder.

„Bei der Landbevölkerung waren Kinder für eine Familie zusätzliche Arbeitskräfte auf den Höfen, aber in der Stadt waren sie ein zusätzlicher Kostenfaktor”, erklärte Historiker Prömpeler. Deshalb mussten Stadtkinder oft lange Stunden in Fabriken arbeiten, in Aachen häufig in Nadelfabriken, wo sie mit ihrem besonders dünnen kleinen Finger - dem Klenkes - krumme Nadeln aussortieren mussten.

An jedem ersten Sonntag im Monat öffnet eines der Aachener Museen seine Pforten kostenfrei für Familien mit Kindern und bietet spezielle thematische Führungen an. Neben den Führungen gehört zu einem Familiensonntag ein praktisches Programm, bei dem Eltern und Kinder gemeinsam kreativ werden können. In der offenen Werkstatt im Couven-Museum konnten die Besucher aus diversen Materialien eigene kunterbunte Familienbilder gestalten.

Der nächste Familiensonntag findet am 5. September im Suermondt-Ludwig-Museum statt.
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