Aachen - Familien fliegen auf (fast) alle Gesamtschulen

Familien fliegen auf (fast) alle Gesamtschulen

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Deutlich mehr Anmeldungen als Plätze: Die Gesamtschule Brand ist äußerst beliebt bei vielen Familien. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Der Ansturm auf Aachens Gesamtschulen bleibt ungebrochen. Insgesamt 659 Familien möchten ihr Kind auf eine der vier Gesamtschulen im Stadtgebiet schicken – das sind noch einmal 37 mehr als im Vorjahr.

Dies geht aus den vorläufigen Anmeldezahlen zu den weiterführenden Schulen hervor, die die Stadt nun mitgeteilt hat. Allerdings gibt es zum Teil große Unterschiede, was die Beliebtheit einzelner Standorte angeht. Und: Nicht alle Eltern- und Kinderwünsche werden erfüllt.

Denn während einige Schulen noch jede Menge Plätze in den Klassen frei hätten, stöhnen andere unter der Last der Anmeldungen und mussten bereits zahlreiche Kinder ablehnen.

Standortnachteil in Laurensberg

Der souveräne „Spitzenreiter“ liegt in Brand: Die dortige städtische Gesamtschule kommt mit 223 Bewerbungen auf die mit Abstand höchste Zahl aller 22 weiterführenden Schulen in Aachen. Allerdings: Die Kapazitätsgrenzen der sechszügigen Schule liegen eigentlich bei 162 Schülern.

Es folgen die weiterhin wachsende 4. Gesamtschule in der City mit 191 Anmeldungen und die Maria-Montessori-Gesamtschule im Frankenberger Viertel mit 179 Anmeldungen. Einen ähnlichen Zuspruch wie in den Vorjahren – allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau im Vergleich zu den drei anderen Standorten – verzeichnet die Heinrich-Heine-Gesamtschule (HHG) in Laurensberg mit aktuell 66 Anmeldungen. Der HHG machen seit geraumer Zeit unter anderem die Randlage in Aachens Norden sowie die „Konkurrenz“ durch die neue Gesamtschule im nahen Kohlscheid zu schaffen.

Absoluter Renner bleiben aber zumindest in den Absolutzahlen Aachens Gymnasien: An den acht städtischen Einrichtungen und vier kirchlichen bzw. privaten Bildungseinrichtungen wollen insgesamt 1212 Kinder ab dem Schuljahr 2016/17 den Weg Richtung Abitur einschlagen.

Nicht alle Wünsche erfüllen sich

Unter Schülerschwund leiden unterdessen ungebrochen Aachens Hauptschulen. Die Anmeldezahlen sacken auch zum kommenden Schuljahr weiter ab und liegen aktuell bei gerade einmal 56. Zum Vergleich: Für das Schuljahr 2015/16 entschieden sich noch 78 Familien für einen der drei verbliebenen Standorte, ein Jahr zuvor waren es sogar noch 99. Vor allem die GHS Drimborn verzeichnet im Frühjahr 2016 mit 19 deutlich weniger Anmeldungen als noch vor Jahresfrist (40).

Die NRW-weite Schulpolitik, die mehr und mehr ein zweigliedriges System aus Gymnasien und Gesamtschulen favorisiert, bekommen auch Aachens Realschulen zunehmend zu spüren: Nach 221 Anmeldungen im Vorjahr, liegen aktuell nur noch 153 Anmeldungen für die drei verbliebenen Standorte Luise-Hensel-, Hugo-Junkers- und Alkuinschule vor.

„Die Anmeldezahlen übersteigen an einigen Schulen die Aufnahmekapazitäten, so dass nicht alle Erstwünsche berücksichtigt werden können“, teilte die Verwaltung mit. Daher sind betroffene Eltern bereits informiert worden, dass ihr Anmeldewunsch abgelehnt werden musste. So mussten das Pius-Gymnasium, die Viktoriaschule und St. Ursula sowie die städtischen Gymnasien Couven und St. Leonhard Schüler ablehnen.

Auch in der Gesamtschule Brand sowie der Maria-Montessori- und der 4. Gesamtschule landeten mehr Anmeldungen auf dem Schreibtisch als Plätze zur Verfügung stehen. Noch bis Ende dieser Woche laden nun Alternativschulen, an denen noch Plätze frei sind, dazu ein, sich zu informieren und die Kinder dort anzumelden.

Bis Mitte April sollen dann wirklich alle Familien endgültig wissen, auf welche Schule ihr Kind ab dem Sommer gehen kann.

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