Aachen - Falschparken: Die meisten Sünder im Ostviertel erwischt

Falschparken: Die meisten Sünder im Ostviertel erwischt

Von: Robert Esser
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Busse auf Slalomkurs: Falschparker auf dem Adalbertsteinweg hat das Ordnungsamt besonders ins Visier genommen. Foto: Michael Jaspers
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Parken in zweiter Reihe: Paketdienste kalkulieren die Knöllchen ein.

Aachen. Immer mehr Falschparker halten in Aachen den Verkehr auf. Paketdienste, die Fahrspuren beim Ein- oder Ausladen in zweiter Reihe blockieren, und Autofahrer, die der Aseag auf Busspuren und Haltestellen im Weg stehen, nehmen die Überwachungskräfte des Ordnungsamtes seit vier Wochen besonders ins Visier.

Zwischenfazit: Besonders im Ostviertel scheren sich viele Kfz-Lenker nicht darum, ob ihr abgestelltes Auto andere Verkehrsteilnehmer behindert. „Zwei unserer insgesamt 85 Überwachungskräfte kümmern sich seit einem Monat täglich vier Stunden lang ausschließlich um Falschparker, die vor allem den Busverkehr beeinträchtigen – an Haltestellen, auf Busspuren und durch Parken in zweiter Reihe“, erklärt Armin Bergstein vom Ordnungsamt. Im Durchschnitt stecken laut Aseag jeden Tag drei Busse irgendwo auf Aachens verstopften Straßen fest, weil die 2,95 Meter breiten Boliden durch Parksünder verursachte Engstellen nicht passieren können. Dann droht der Abschlepphaken. Und in diesem Zusammenhang seien im Ostviertel eben auffällig viele Verstöße aktenkundig, heißt es.

Anderes Beispiel: Adalbertsteinweg. „Die Busspur stadtauswärts ist jeden Tag permanent zugeparkt – auch da setzen wir nun verstärkt an.“ So zählte das Ordnungsamt in der ersten Woche der Schwerpunktaktion allein in der Elsassstraße 48 Falschparker, die den ÖPNV aufhielten. In der zweiten Woche registrierte man auf Elsassstraße und Adalbertsteinweg 56 Fälle, in der Folgewoche inklusive Heinrichsallee sogar 93 Fälle. Ordnungsamt und Aseag hoffen, dass die zielgerichteten Kontrollen – und Verwarnungsgelder von 15, 25 und 35 Euro je nach Vergehen – die „Parkmoral“ heben. Noch mindestens fünf weitere Monate will man die konzertierte Aktion fortsetzen; natürlich nicht nur im Ostviertel, sondern auch in anderen Stadtteilen. Dazu hat die Aseag den Ordnungskräften extra einen Elektro-Smart zur Verfügung gestellt.

Trotzdem scheint ausgeschlossen, dass eine ganz bestimmte, seit Jahren wachsende Falschparker-Klientel künftig mehr Rücksicht nimmt: nämlich die Paketzusteller. Der boomende Online-Handel führte auch in Aachen zu einer Flut von Paketdiensten und Kurieren, die ihre Fahrzeuge in der Regel am Straßenrand zwischenparken, um dann auf kürzestem Weg Päckchen zu ihren Kunden schleppen zu können. „Unsere Überwachungskräfte stellen fest, dass diese Fälle – also Parken in zweiter Reihe – seit einigen Jahren erheblich steigen“, bestätigt Bergstein. Dahinter steckt System: „Viele Paketzusteller werden offenbar von ihren Unternehmen angewiesen, die Lieferwagen auf ihrer Tour durch die Stadt keinesfalls einzuparken“, sagt Bergstein. Dies spare Zeit und vor allem Reparaturkosten, die durch das Rangieren und Anecken in Parklücken sprunghaft steigen würden. „Da zahlen die lieber 25 Euro, wenn sie beim Parken in zweiter Reihe erwischt werden – das kalkulieren die ein. In den seltensten Fällen muss der Fahrer das Verwarnungsgeld selbst zahlen“, so der Experte vom Ordnungsamt. Nur die wenigsten Zusteller besitzen eine Sondergenehmigung der Stadt Aachen, um kurz in zweiter Reihe parken zu dürfen. Und nur die wenigsten werden von Politessen auf frischer Tat „gestellt“. Eine „Verfolgung“ potenziell falsch parkender Paketboten ist ohnehin ausgeschlossen, da die Überwachungskräfte des Ordnungsamtes lediglich beim „ruhenden Verkehr“ – also geparkten Autos – zur Tat schreiten und Knöllchen schreiben dürfen.

Übrigens: 227 124 Knöllchen für Falschparker haben vergangenes Jahr 3,75 Millionen Euro in die Stadtkasse gespült – 150 000 Euro weniger als im Rekordjahr 2013. Auch diesen Negativ-Trend will man wohl umkehren. Um flüssiger zu werden. Was die Stadt so oder so ganz sicher nicht verkehrt fände...

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