„Falsche Zahlen” sind enttarnt

Von: Günther Sander
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Eilendorf. Falsche Zahlen und undifferenzierte Formulierungen haben Eilendorf ins Gerede gebracht. Die Statistik zu den Gewaltdelikten im Sozialentwicklungsplan der Stadt Aachen hat für helle Aufregung gesorgt. Bei den Bürgern und den Kommunalpolitikern schrillten die Alarmglocken.

Auslöser für die dauernden Irritationen ist schlicht und einfach der „Faktor drei” gewesen, nach denen die Stadt Erhebungen errechnet und einen Anstieg der Gewaltdelikte in Eilendorf „ermittelt” hat. Niemand aber kann erklären, was es mit besagtem Faktor auf sich hat. Bezirksamtsleiter Wolfgang Ziemons sagte der AZ auf Anfrage: „Eine vernünftige Erklärung durch die Stadt hätte viel Ärger und Aufregung erspart.”

Nach der Sitzung der Bezirksvertretung scheint die Welt in Eilendorf wieder in Ordnung zu sein. Es war ein „Fall für zwei”, denn Hans-Josef Lemper, Leiter der Kriminalinspektion I, und sein Kollege Milar vom Kommissariat Vorbeugung, rückten Eilendorf wieder ins rechte Licht. Was im Sozialentwicklungsplan zu lesen ist, sei so nicht zutreffend. „Eilendorf ist statistisch gesehen kein unsicheres Pflaster”, beruhigte Lemper die Gemüter.

In der Gruppe der Tatverdächtigen (20 bis 29 Jahre) sei Eilendorf mit 61 Personen nicht „gefährlich und nicht unsicher”, gab Milar zu verstehen. „Wäre das anders, dann hätten Sie hier eine stärkere polizeiliche Präsenz vor Ort”, ergänzte Lemper. In Eilendorf sei man so sicher, wie man sich hier immer schon gefühlt habe.

Erleichterung in der Bezirksvertretung. Bezirksvorsteherin Elke Eschweiler (CDU) ist froh über die „korrekte und richtige Bewertung der Experten.” Verwunderung über die „unterschiedliche Bewertung” auch bei SPD, FDP und den Grünen. Die Polizei gab Entwarnung, Eilendorf sei nicht der Preuswald, den man als echten Brennpunkt einstufen müsse.

Eilendorf habe 2007 ganze 131 Gewalttaten (bei 15000 Einwohner) zu verzeichnen, die Innenstadt 239. Bei den Raubdelikten komme Eilendorf auf zwei Prozent vom Anteil der Stadt Aachen. Lemper weiß, dass die Sache (durch einen ganz anderen Rechenfaktor zustande gekommen), wie sie in die Öffentlich gelangt ist, so sicher nicht geplant gewesen sei. Aber, es sei so gedruckt worden, stehe somit erst einmal zu Papier.

Die Bezirksvertretung beschloss einstimmig, dass in dem Dokument der Stadt eine redaktionelle Überarbeitung und Richtigstellung erfolgen müsse.
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