Walheim - Fall Bonnie: Es war ein Gewaltverbrechen

Fall Bonnie: Es war ein Gewaltverbrechen

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
bonniefund
Angehörige haben an der Fundstelle Blumen niedergelegt. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Rohr, aus dem das Rinnsal unterhalb der Monschauer Straße verläuft. Foto: Ralf Roeger
4787486.jpg
Die Kripo fragt: Wer kann Hinweise in dem mysteriösen Fall um Michael Hubert Bonnie geben?

Walheim. Solche Fälle stehen normalerweise vornehmlich in Drehbüchern zu Fernsehkrimis. Undurchsichtiger als in jenem Fall von Michael Hubert Bonnie geht es nämlich kaum noch. Oder um es mit den Worten von Staatsanwalt Peter Jansen zu sagen: „Das Ganze ist total mysteriös.“

Zumindest in einem Punkt sehen die Mordkommission und die Staatsanwaltschaft nun klarer: Bonnie, dessen skelettierte Leiche am 7. Januar im Itertal gefunden worden war, ist wohl ermordet worden.

Was geschah in jener Nacht?

War die Staatsanwaltschaft wie berichtet zunächst davon ausgegangen, wegen des starken Verwesungszustandes der Leiche die Todesursache nicht mehr feststellen zu können, so hat sich dies nun geändert. Laut Jansen wurden doch noch Spuren gefunden – und diese deuten auf ein Gewaltverbrechen hin.

Rückblick: Es ist ungefähr 4 Uhr morgens am 3. März 2012. Um diese Zeit kommt der damals 42-jährige Michael Hubert Bonnie nach Hause zum Bauernhof der Familie im Ortsteil Sief. Die Recherchen der Polizei werden ergeben, dass er kurz zuvor noch bei einem Freund zu Besuch war. Dieser Freund fährt Bonnie in der Nacht sogar noch nach, weil dieser seinen Hausschlüssel vergessen hat. Vor dem Bonnie-Hof steht denn auch dessen Auto, die Seitenscheibe steht offen. Der Freund klingelt noch am Haus, doch niemand öffnet. Angehörige stellen am Morgen fest, dass auch der Autoschlüssel noch im Zündschloss steckt. Aber von Michael Hubert Bonnie fehlt jede Spur.

Bei den weiteren Ermittlungen und der Suche nach dem Vermissten werden sogar Güllegruben des Hofs leergepumpt. Unter Beteiligung einer Hundertschaft der Polizei wird der Hof durchsucht. Dabei taucht eine größere Bargeldsumme auf, wie die Staatsanwaltschaft seinerzeit bestätigt. Die Feuerwehr durchsucht Steinbrüche in der Umgebung. Aber Bonnie bleibt verschollen. Das ändert sich erst gut zehn Monate später. Ein Landwirt findet bei Arbeiten im Itertal Skelettteile. Bald steht fest: Es handelt sich um die Leiche Michael Hubert Bonnies.

Doch der Fall bleibt mysteriös. Denn die Fundstelle der Skelettteile kann eigentlich nicht der Tatort gewesen sein, weil sie von der Monschauer Straße aus gut einsehbar ist. Eine Leiche wäre dort wohl längst aufgefallen. Außerdem wird die Iter in diesem Bereich regelmäßig nach dort vorkommenden Flusskrebsen durchsucht. So geht auch die Kripo davon aus, dass Fundort nicht gleich Tatort ist. Dieser werde jedoch in der Nähe vermutet.

Der Bonnie-Hof ist ohnehin Luftlinie nur wenige hundert Meter entfernt. Und von diesem gibt es auch einen Kanal just zu der Fundstelle, der offen in diesen Bereich mündet. Eine Kameraanalyse dieses Rohrs hat laut Staatsanwalt Jansen allerdings keine neuen Erkenntnisse zutage gefördert. Möglicherweise wurden die Leichenteile auch durch die starken Regenfälle Anfang des Jahres zur Fundstelle gespült. Auf jeden Fall ist Michael Hubert Bonnie demnach wohl ganz in der Nähe des Hofes umgebracht worden. Hat damals jemand in der Nacht auf ihn gewartet? Eine Frage, die die Ermittler mit Hochdruck zu klären versuchen. Mutmaßungen gab es seinerzeit hinsichtlich angeblicher Verbindungen Bonnies zu kriminellen Kreisen, der Drogenszene etwa. Spuren, die in diese Richtung deuten, gebe es derzeit jedoch nicht, so Jansen. Welcher Art die Gewaltspuren an der Leiche sind – zum Beispiel Schuss- oder Schlagspuren –, will die Staatsanwaltschaft derzeit noch nicht sagen. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen könnten sich ohnehin noch Wochen hinziehen.

Die Ermittler erneuern noch einmal ihren dringenden Zeugenaufruf. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat, die im Zusammenhang mit dem Verschwinden Bonnies und dem Leichenfund stehen könnten, sollte diese unter 9577-31101 oder - 34211 mitteilen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert