Fairtrade-Ausstellung: 2000 Liter Wasser für einen Schokoriegel

Von: mgg
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Vergeht der Appetit? Die Schülerinnen und Schüler des Inda-Gymnasiums untersuchten auch Lebensmittel auf umweltverträgliche Herstellung. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Fairtrade ist im Inda-Gymnasium in Kornelimünster längst kein neues Thema mehr. Immerhin ist das Gymnasium seit 2013 eine Fairtrade-Schule und seit 2016 mitarbeitende Unesco-Projektschule. Trotzdem ist die Ausstellung „Globaler Supermarkt – Was kostet dein Einkauf wirklich?“ selbst für die Schüler der Fairtrade-Projektgruppe ein besonderes Ereignis.

Bis zum 30. Juni ist die interaktive Lernstation des Eine Welt Forums Aachen e.V. im Inda-Gymnasium. Insgesamt 14 Schulklassen von der fünften bis zur neunten Jahrgangsstufe sollen sie besuchen.

Die elfjährige Felicitas Maier aus der 5b ist eines der jüngsten Mitglieder der Fairtrade-Projektgruppe. Sie zeigt, wie genau der Globale Supermarkt funktioniert. Die Schülerin nimmt sich einen Einkaufskorb und schlendert durch vier hölzerne Stellwände mit jeweils zwei Produktschwerpunkten. Neben Fleisch, Milchprodukten, Kosmetik und Süßigkeiten sind unter anderem auch Computer und Handys im Angebot. Felicitas greift sich einige der insgesamt 150 Produktkarten, die neben einigen materiellen Produkten zum Anfassen an den Stellwänden aufgehängt sind. Auf der Vorderseite der Karten ist jeweils das Produkt mit seinem Marktpreis abgebildet, auf der Rückseite kann man sich die Inhaltsstoffe durchlesen. Felicitas geht mit einem Eis, einer Salami und einem Tablet-PC zur Kasse. Dort erhält sie eine „Quittung“, auf der zum Beispiel steht, wie viel CO2 durch die Herstellung des Produkts ausgestoßen wurde und welchen Einfluss es auf die Lebensbedingungen der an der Produktion beteiligten Menschen hat.

Andrea Milcher, die Projektleiterin, hat den interaktiven Supermarkt in Kooperation mit dem BDKJ Aachen im Rahmen des dreijährigen Projekts „Gutes Leben 2.0“ mit entwickelt. Für die Aktion wurden zusätzlich 15 Multiplikatorinnen ausgebildet, die den Globalen Supermarkt nun begleiten. Trotz ihrer Erfahrungen auf dem Gebiet sei sie bei den Recherchen für die Ausstellung doch wieder auf einige schockierende Tatsachen gestoßen, berichtet Milcher. „Zum Beispiel, dass bei der Produktion eines einzigen Schokoriegels rund 2000 Liter Wasser verbraucht werden. Oder auch dass in einem Smartphone 60 verschiedene Rohstoffe enthalten sind, von denen einige wahrscheinlich bereits 2020 erschöpft sein werden“.

Die Schülerinnen und Schüler der Fairtrade-Projektgruppe sind mit solchen Dingen natürlich schon bestens vertraut. Gemeinsam haben sie beispielsweise schon das sogenannte „Fairphone“ behandelt. „Das ist ein Smartphone, bei dem kaputte Bestandteile ganz einfach vom Verbraucher ausgetauscht werden können“, erklärt der 14-jährige Yannik Wefers aus der 8c.

Die jungen Fairtrade-Experten sind begeistert vom interaktiven Supermarkt. „Man kriegt eine ganz praxisbezogenen Eindruck vom Unterschied zwischen fair und nicht fair gehandelten Produkten“, beschreibt der 14-jährige Julius Maier, ebenfalls aus der 8c. „Mit dem theoretischen Unterricht ist das gar nicht vergleichbar“.

Doris Nellessen-Wefers, Lehrerin und Leiterin des Fairtrade-Projekts am Inda-Gymnasium, lobt vor allem die Konzentration und das generelle Engagement der Schülerinnen und Schüler. Schulleiter Arthur Bierganz stimmt ihr zu. „Aktionen wie diese passen millimetergenau in unser schuleigenes Programm“, erklärt er. „Dadurch werden bestimmte Werte wie Umweltbewusstsein, Fairness und Verantwortung vermittelt, die auch wir als Schule vertreten möchten.“

Und die Mitglieder der Fairtrade-Projektgruppe? Sie wurden bereits jetzt durch den Globalen Supermarkt nachhaltig beeinflusst. In Zukunft wollen sie nicht nur darauf achten, mehr Fairtrade Produkte einzukaufen, sondern auch welche Fairtrade-Produkte genau und wie viel sie als Verbraucher eigentlich insgesamt weniger konsumieren könnten.

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