Aachen - Faire Chancen für faire Mode steigen in Aachen

Faire Chancen für faire Mode steigen in Aachen

Von: Ricarda Timm
Letzte Aktualisierung:
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Fair gehandelt, trotzdem schick: In der Citykirche präsentierten Gymnasiastinnen aus Herzogenrath recycelte Kleidungsstücke und brachten die Diskussion mit viel Charme in Schwung. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Mode wird gekauft, weil sie schick ist. Und die Industrie sorgt dafür, dass die Trends schneller wechseln als die Jahreszeiten. Gleichzeitig sind heute mehr und mehr Konsumenten bereit, beim Kleiderkauf darauf zu achten, dass das neue T-Shirt fair bezahlt und umweltfreundlich produziert wurde.

Die Nachfrage nach fair gehandelter Mode wächst. Wird diese von der Branche mit dem nötigen Angebot gedeckt? Und vor allem: Wo können Aachenerinnen und Aachener fair shoppen, ohne dabei auf den nötigen Schick verzichten zu müssen?

Über diese Fragen diskutierten unterschiedliche Akteure des Handels, der Modebranche sowie Kritiker jetzt auf Einladung des Bündnisses Fairhandel(n) in der Citykirche. Den Auftakt bot eine beeindruckende Modenschau mit „upgecycelter“ Mode aus Altkleidern , die von Schülerinnen des städtischen Gymnasiums Herzogenrath mit der Modedesignerin Ina Kramer präsentiert wurden.

Besonders beeindruckend war die Mode aus alten Werbebannern, die durch ihre Textur einen Hauch von Haute Couture in die Citykirche brachte. Ginge es nach Gisela Burckhardt, entwicklungspolitische Gutachterin und Autorin des Buches „Todschick“, ist solche Mode eine der Antworten auf das weit verbreitete Konsumverhalten – immerhin kaufe jeder Deutsche 60 Kleidungsstücke im Jahr, von denen ein Großteil oft fast unbesehen in den Altkleidern lande.

Spätestens seit dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Dhaka, Bangladesch, ist laut Burckhardt aber auch der Druck auf die Textilbranche gewachsen. Hatte sich vor dem tragischen Unfall noch kein Unternehmen bereiterklärt, sich zur Einhaltung bestimmter Standards zu verpflichten, sah das danach ganz anders aus. Aktuell lägen Schwierigkeiten vor allem in der Umsetzung der Standards und der Vielfalt der Labels, die oft schwer überblickbar sind und unterschiedliche Schwerpunkte hätten.

Als Mitglied des Bündnisses Fairhandel(n) hat sich Greenpeace auf die Suche nach fairen Angeboten in Aachen gemacht. Keine einfache Suche, berichtete Aktivistin Ingrid Krümmel-Seltier. Häufig waren Verkäuferinnen und Verkäufer gar nicht erst informiert, und wenn man einen fairen Laden fand, dann am ehesten in der Altstadt. Im neuen Aquis Plaza beispielsweise suche man vergeblich nach fair gehandelter Mode.

Fazit: Faires Einkaufen ist in Aachen möglich, aber schwierig. Faire Kleidung wird mehr nachgefragt, immer mehr Unternehmen erkennen die Marktlücke. Es bedarf aber Zeit, dass diese noch mehr genutzt wird, und mehr Marketing, um die Verbraucher auf Alternativen aufmerksam zu machen.

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