Fair geht auch beim Sport vor: Alemannia Damen werden ausgezeichnet

Von: Helga Raue
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Ehre, wem Ehre gebührt: die Kreisfrauenbeauftragte Anja Hompesch (von links), Arnold Kordysiak (HUK Coburg), FVM-Vizepräsident Hans-Christian Olpen und Ingrid Wüst (rechts), Vorsitzende des FVM-Frauenspielausschusses, überreichen Alemannias Kapitänin Susanne Kasper-czyk die Auszeichnung für die faire Geste der Aachener Mannschaft.

Aachen. Die Saison glich einem Wechselbad der Gefühle – mit einem schon nicht mehr für möglich gehaltenen Happy End: Die Fußballerinnen machten am Pfingstmontag als Aufsteiger den Klassenerhalt in der Zweiten Bundesliga perfekt und sprangen mit dem 1:0-Sieg gegen den VfL Sindelfingen sogar noch auf den neunten Tabellenplatz (wir berichteten).

„Wir mussten zwar lange zittern, aber wir haben an unsere Chance geglaubt. Wir haben nicht die Nerven verloren, sondern geduldig agiert“, fasste Coach Dietmar Bozek das Spiel und damit eigentlich auch die gesamte Rückrunde zusammen. Die war für den 43-Jährigen ebenfalls ein Wechselbad zwischen Hoffnung und Rückschlägen gewesen.

Vermutlich hätte es nicht so kommen müssen, denn noch bevor die Meisterschaft startete, feuerten die Abteilungs-Verantwortlichen um den inzwischen aus beruflichen Gründen zurückgetretenen Vorsitzenden Stephan Grießer überraschend Erfolgscoach Manuel Ortiz-Gonzales, der mit den Mädels in der vergangenen Saison Aufstieg, Meisterschaft sowie die Gewinne des FVM-Pokals und des Sparkassen-Hallencups gefeiert hatte. Alle Befürchtungen bewahrheiteten sich, und nach nur sechs Punkten wurde der neue Coach Steve Briese vor Weihnachten beim damaligen Tabellenvorletzten entlassen. Nachdem Mannschaftsarzt Dr. Frank Uhl das Team in der Vorbereitung trainiert hatte, übernahm Bozek den Abstiegskandidaten im Februar.

Platz 6 der Rückrundentabelle

Seine Bilanz: vier Siege und zwei Remis, das sind 14 Punkte und Platz 6 in der Rückrundentabelle. „Wir hätten es nicht so spannend machen müssen, viele Spiele sind eng ausgegangen“, so Bozek, der über seine Zukunft bei Alemannia nachdenkt und in absehbarer Zeit ein Gespräch mit den Verantwortlichen führen wird.

Die Alemannia-Mädels begeisterten aber auch mit ihrer Fairness: Beim Sparkassen-Hallencup waren sie im Finale nach Neunmeterschießen dem Kohlscheider BC unterlegen – eigentlich! Denn der Landesliga-Spitzenreiter, der vor dem Durchmarsch steht, hatte als erste Schützin eine Spielerin vorgeschickt, die aufgrund einer Zeitstrafe nicht hätte schießen dürfen. Aachen protestierte, doch angesichts der weinenden und mutlosen KBC-Akteurinnen, steckten die Alemannia-Mädels erneut die Köpfe zusammen – und verzichteten auf eine erneute Austragung des Neunmeterschießen. Damit gewannen sie alle Sympathien, und der KBC schlug Alemannia Aachen zum Fair Play vor – ein Vorschlag, dem der Fußballverband Mittelrhein (FVM) gerne folgte.

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