Fahrradrecyling-Projekt: Das Geschäft läuft gut

Von: Joel Teichmann
Letzte Aktualisierung:
12582823.jpg
Besuch in der Recyclingwerkstatt der „Wabe": Rudolf Henke, für die Aachener CDU im Bundestag, überzeugte sich mit Ulrike Wiechert, Alois Poquett und Jürgen Aelmanns (rechts) konkret von der Qualität der Arbeiten. Foto: Heile Lachmann

Aachen. Die Bremse kaputt, der Lenker schief oder die Gangschaltung defekt – meist ein eindeutiger Fall: Ein neues Fahrrad muss her. Doch wohin mit dem alten Rad? Die WaBe Aachen hat dafür bereits seit vielen Jahren eine Lösung parat.

Denn ein kaputtes Fahrrad ist nicht gleich Schrott, vielmehr kann es recycelt werden. Das geschieht wie bisher in Aachen, fortan allerdings an einem anderen Ort.

„Die Fahrradbegeisterung in Deutschland wächst – und somit auch das Projekt“, freut sich Jürgen Aelmanns, Leiter des Fahrrad-Projekts der WaBe. Und das Prinzip des Recyclings ist ganz einfach: Private Spender sowie die Stadt geben Fahrräder bei der Werkstatt ab, die dann von den Mitarbeitern zu fahrtüchtigen Rädern umgewandelt und anschließend kostengünstig verkauft werden. „Zu uns kommen teilweise auch Räder, die vom Ordnungsamt eingesammelt werden“, erzählt Aelmanns.

In den letzten Jahren wurden auf diesem Wege mehrere tausend Fahrräder wiederverwertet. Dabei werden die Fahrradspenden auf unterschiedliche Weise genutzt. „Manchmal wird dann aus ehemals vier Fahrrädern ein neues gemacht“, erläutert Aelmanns. Beliebt ist auch der Fahrrad-Gürtel, bei dem der Radmantel zu einem Gürtel umgestaltet wurde. Die Preise der recycelten Drahtesel schwanken derweil zwischen 50 und 120 Euro. Gerade Studenten nutzen vermehrt das Angebot, so der Geschäftsführer der WaBe, Alois Poquett.

Zudem steht der soziale Aspekt im Vordergrund des Fahrradrecyclings. Deshalb sind in der Werkstatt bis zu 25 Langzeitarbeitslose beschäftigt, die dort täglich drei bis sechs Stunden arbeiten können. „Der Job ist beliebt, weil er eine Bandbreite an Beschäftigungsmöglichkeiten bietet“, meint Poquett. Seit April werden auch Flüchtlinge dort beschäftigt.

Mittlerweile hat die Fahrradwerkstatt außerdem ein neues Zuhause. Nachdem das Gelände der WaBe in der Friedenstraße 2013 abbrannte, zog die Werkstatt als Übergangslösung in die Otto-straße. Nun ist sie seit Mai in einem Hinterhof der Bahnhofsstraße 22 beheimatet. „Wir haben hier eine schöne Halle und liegen sehr nah zur Radstation“, begründet Poquett.

Jüngst gab es dann sogar prominenten Besuch auf dem Gelände: Denn der CDU-Bundestagsabgeordnete Rudolf Henke informierte sich vor Ort über die Situation von langzeitarbeitslosen Menschen und stellte sich den Fragen der Mitarbeiter.

Er sei davon überzeugt, dass ein Zusammenhang zwischen der gesundheitlichen und finanziellen Situation bestünde. „Arbeitslosigkeit und Armut machen krank“, sagte Henke, seit 2011 auch Präsident der Ärztekammer Nordrhein. „Deshalb sind solche Arbeitsintegrationsprojekte unersetzlich“, betonte der Politiker.

Für die nahe Zukunft hat man sich in der Fahrradwerkstatt unterdessen schon ein klares Ziel gesetzt. Im Vorderbereich des Hauses soll ein Ladenlokal entstehen und eröffnet werden, in dem die recycelten Fahrräder den potenziellen Kunden präsentiert werden können. 

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert