Fahrkosten: Das Land soll sich bewegen

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wenn es um die Kosten für den Schulweg geht, wird die Stadt Aachen den Eltern nicht ad hoc entgegenkommen. Weil sie sich keine umfassendere Übernahme der Schülerfahrkosten leisten kann. „Es geht um eine Landesverordnung, die vom Land finanziert wird. Eine freiwillige Ausgabe unsererseits würde die Millionengrenze sprengen. Das können wir nicht finanzieren“, stellte Stadtdirektor Wolfgang Rombey nun im Schulausschuss klar.

Auf die Tagesordnung war das Thema zunächst im Bürgerforum gekommen, wo Eltern eine pauschale Befreiung beziehungsweise zumindest eine Reduzierung der Kosten für Schülertickets forderten. Einigkeit herrschte zwischen Verwaltung und Politik, dass die aktuelle Verordnung nicht mehr zeitgemäß sei. Weder die Länge der Schulwege, die über eine Befreiung entscheiden, sei angemessen, noch die Unterscheidung zwischen Schulprofilen oder der Umgang etwa mit Montessoripädagogik. „Wir empfinden die Verordnung als unbefriedigend und können den Unmut der Eltern verstehen“, erklärte Birgit Haveneth für die FDP. „Wir sind uns einig, dass das ganze System nicht mehr funktioniert“, sagte Martin Künzer (SPD). Doch eine Änderung der Verordnung sei eben Landessache.

Deswegen solle die Stadtverwaltung – möglichst mit Unterstützung des Städtetages und anderer Verbände – dem Land die veränderte Lage in Sachen Schulwegen deutlich machen und auf eine Änderung der Verordnung hinwirken.

Um zumindest die aktuelle Verordnung den Eltern begreifbarer zu machen, soll sie nun – so wurde es beschlossen – bis zum 31. Januar den Schulen ein Informationsblatt mit allen wichtigen Fakten zur Übernahme der Schulfahrkosten zukommen lassen, damit alle Eltern im Rahmen der Anmeldung an den weiterführenden Schulen entsprechend informiert werden können.

„Es gibt bislang keine Transparenz. Die Eltern können die Berechnungen nicht nachvollziehen“, erläuterte Christian Steins für die CDU.

Die zunächst von CDU und Grünen geforderte Modellrechnung, welche Kosten auf die Stadt bei eigenmächtig veränderter Fahrkostenverordnung – etwa bei Reduzierung der zumutbaren Wegstrecke – stemmen müsste, wird es nicht geben. „Das lässt sich nicht mit dem Datenschutz vereinbaren. Ohne Daten über Schule und Wohnort könnte ich auch die Würfel werfen“, erklärte André Kaldenbach für die Verwaltung.

Und Stadtdirektor Wolfgang Rombey merkte an: „Mit einer solchen Modellrechnung würde die Verwaltung unnötig mit Arbeit zugeschüttet.“

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert