Fahndung nach Vergewaltiger mit Flugblättern und Phantombild

Von: Oliver Schmetz
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Sexualtäter gesucht: Am Kronenberg klebten Kripobeamte am Dienstag Plakate mit dem Phantombild des Mannes, der am Westfriedhof eine Frau vergewaltigt und in Richterich eine weitere belästigt hat. Foto: Andreas Schmitter
Phantombild
Sexualtäter gesucht: Am Kronenberg klebten Kripobeamte gestern Plakate mit dem Phantombild des Mannes, der am Westfriedhof eine Frau vergewaltigt und in Richterich eine weitere belästigt hat. Foto: Polizei

Aachen. Die Aachener Polizei fahndet mit Flugblättern und einem Phantombild nach einem Vergewaltiger, dem mindestens zwei Sexualstraftaten zur Last gelegt werden: Am Sonntag, 26. Oktober 2014, hat er nach den bisherigen Erkenntnissen der Fahnder auf der Vaalser Straße in Höhe des Westfriedhofs eine Joggerin vergewaltigt.

Und ein halbes Jahr zuvor, am Gründonnerstag, 17. April, hat er demnach in der Grünenthaler Straße in Richterich eine junge Frau sexuell belästigt. „Zweifelsfrei“ sei für beide Taten der selbe Mann verantwortlich, teilt die Polizei mit. „Umfangreiche Spurenuntersuchungen“ hätten dies mittlerweile ergeben.

Vermutlich handelt es sich dabei um DNA-Spuren, doch darüber schweigt sich die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen aus. Fakt ist jedoch, dass die Ermittler die Spuren, die nach der Vergewaltigung im vorigen Oktober gesichert werden konnten, mit denen aus anderen ungeklärten Sexualdelikten verglichen haben – und eine eindeutige Übereinstimmung mit der Tat kurz vor Ostern fanden.

Opfer in den Grünstreifen gezerrt

Deshalb verstärkt man die Fahndung nach dem Täter nun noch einmal mit Nachdruck und bittet vor allem die Bevölkerung um Mithilfe. Am Dienstag klebten und verteilten Polizeibeamte im Umfeld der beiden Tatorte Plakate mit dem Phantombild des Mannes und befragten Geschäftsleute und Anwohner: Wer kennt den Mann oder jemanden, der so ähnlich aussieht? Wer hat an den Tatorten Verdächtiges beobachtet, und das möglicherweise sogar zur Tatzeit?

Der Überfall auf die Joggerin an der Vaalser Straße fand am 26. Oktober gegen 19 Uhr statt. Der Täter zerrte sein Opfer dabei in den Grünstreifen zwischen Gehweg und Friedhofsparkplatz und vergewaltigte es dort. Die Tat in der Richtericher Grünenthaler Straße ereignete sich am Gründonnerstag gegen 23.50 Uhr. Dort folgte der Mann der jungen Frau zunächst, ehe er sich in Höhe des Kindergartens vor ihr entblößte. Als er dann nach der Frau griff, wehrte die sich so heftig, dass der Täter zurück in Richtung Richtericher Ortskern flüchtete.

Gut möglich ist auch, dass der Unbekannte noch für weitere Taten in Frage kommt, also ein Serientäter ist. Man vergleiche derzeit auch ungeklärte alte Fälle ohne eindeutige Spurenlage mit den beiden Taten, sagt Polizeisprecherin Sandra Schmitz auf Anfrage – „aber bisher noch ohne ein positives Ergebnis“. Zugleich hoffen die Ermittler auch, dass sich andere Frauen melden, die möglicherweise ebenfalls von dem Mann missbraucht worden sind, ohne dies bislang gemeldet zu haben.

„Gerade bei Sexualdelikten ist die Dunkelziffer hoch“, sagt Schmitz, „denn oft zeigen Frauen diese Taten aus Scham oder Schuldgefühl nicht an.“ Außerdem sei für die Opfer bei diesen Taten die Hemmschwelle besonders hoch, sich an eine Behörde zu wenden.

Täter „zweifelsfrei“ identifizierbar

Doch auch bei möglichen Zeugen will man die Hemmschwelle senken. Häufig sei es nämlich so, sagt die Polizeisprecherin, dass durchaus etliche Menschen auf einem Phantombild jemanden wiederzuerkennen glauben oder zumindest große Ähnlichkeiten mit einer realen Person feststellen. Doch häufig scheuten die Zeugen dann davor zurück, die Person zu melden, weil sie ihr gerade ein Sexualdelikt nicht zutrauten – zumal wenn der Betreffende in ihrem nahen Umfeld lebe.

„Diese Erfahrung machen wir oft, nachdem wir einen Täter ermittelt haben“, sagt Schmitz. Im aktuellen Fall jedoch betont die Polizei, dass kein Zeuge Angst haben müsse, durch einen geäußerten Verdacht einen Unschuldigen zu Unrecht in Schwierigkeiten zu bringen. Schließlich sind sich die Ermittler sicher, dass sie aufgrund der eindeutigen Spurenlage den wahren Täter umgehend entlarven können – und das „zweifelsfrei“.

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