Fällung am Neumarkt entsetzt Anwohner

Von: Oliver Schmetz
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Laut Stadt eine alternativlose Fällung: Weil ihre Standfähigkeit wegen Pilzbefalls akut gefährdet war, mussten gestern zwei Ahornbäume am Neumarkt weichen. Weil dies ohne jede Vorankündigung geschah, reagierte mancher Anwohner entsetzt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Manchmal können Behörden richtig schnell reagieren: Hatte die Stadtverwaltung noch am Mittwoch dem Paten eines prächtigen Ginkgos am Kapuzinergraben lediglich lapidar mitgeteilt, der mehr als 20 Meter hohe Baum werde definitiv am kommenden Montag gefällt, sah die Sache am Donnerstagvormittag schon ganz anders aus.

Nach dem großen AZ-Bericht über den Baum, der weg soll, weil er manchmal stinkt, trat man bei der Stadt kräftig auf die Bremse: „Der Fälltermin am Montag ist definitiv gecancelt“, erklärte die stellvertretende Leiterin des städtischen Presseamts, Rita Klösges. Man wolle nun erst mit allen betroffenen Anliegern der Ginkgos am Kapuzinergraben sprechen. Dass man dies bislang nicht getan habe, sei „unglücklich gelaufen“, räumte Klösges ein. „Wir wollen die Kommunikation da künftig verbessern.“

Nächste Kommunikationspanne

Doch während Klösges dies sagte, hatte sich die nächste kommunale Kommunikationspanne schon ereignet. Denn just am gleichen Morgen setzte der Stadtbetrieb am Neumarkt an zwei mächtigen Ahornbäumen die Kettensägen an – was entsetzte Anwohner sofort der AZ-Lokalredaktion berichteten. Ohne jede Vorankündigung wurde dort gefällt – und das ausgerechnet am Neumarkt.

Schließlich hatte sich der beliebte Platz inmitten des Frankenberger Viertels zuletzt zu einem neuralgischen Punkt im Verhältnis zwischen Verwaltung und Bürgern entwickelt. Denn zum einen gibt es im Viertel einige Vorbehalte gegen die Umgestaltungspläne für den Neumarkt, die am kommenden Donnerstag, 27. Oktober, um 17.30 Uhr auf einer Infoveranstaltung in der Burg Frankenberg den Bürgern vorgestellt werden sollen.

Und zum anderen hatte auch nicht gerade als vertrauensbildende Maßnahme getaugt, dass in den Sommerferien plötzlich ein Bagger auf dem Neumarkt auftauchte, um das hölzerne Spielgerät dort abzureißen – auch das ohne jede Vorankündigung.

Damals lag der Fehler bei der Baufirma, diesmal aber bei der Stadt. Denn deren Baumkontrolleure hatten laut Presseamt vorige Woche festgestellt, dass die beiden Ahorne am Neumarkt todkrank und damit ein massives Sicherheitsrisiko waren. Ein sich schnell verbreitender Pilz, der die Wurzeln angreife, habe die Bäume befallen, so Klösges: „Damit war die Standfestigkeit nicht mehr gewährleistet.“

Deshalb reagierte die Behörde auch in diesem Fall schnell. Angesichts bald drohender Herbst- und Winterstürme habe man kurzfristig einen Termin zur Fällung angesetzt, um die beiden Bäume, die auch äußerlich bereits in einem erkennbar schlechten Zustand gewesen seien, zu fällen, erklärte Klösges. Bloß dachte niemand daran, die Öffentlichkeit zu informieren. Damit hätte man sicher die morgendliche Aufregung am Neumarkt vermieden, doch habe man dies „leider versäumt“, so Klösges.

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