Fachkräftemangel: Auch Aachen ist kein Schlaraffenland

Von: André Schaefer
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Einblicke vor Ort: Bei seinem
Einblicke vor Ort: Bei seinem Besuch im Rahmen des Mittelstandsdialogs lernte Minister Harry Voigtsberger von Geschäftsführerin Dagmar Wirtz die Arbeit der Firma „3win” in Laurensberg kennen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Ankündigung, die Wirtschaft in NRW künftig mehr auf die mittelständischen Betriebe auslegen zu wollen, setzte Landeswirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger bereits vor einem Jahr mit dem ersten kleinen Schritt in die Tat um.

Während der 1. NRW-Mittelstandsdialog im vergangenen Jahr in Lippstadt stattfand, stand in diesen Tagen Aachen auf dem Programmpunkt.

Das gesamte Wirtschaftsministerium aus Düsseldorf war daher für Gespräche mit 20 mittelständischen Betrieben angereist, man wolle sich vor Ort ein Bild davon machen, wo der Schuh in den mittelständischen Betrieben am meisten drücke, heißt es. „Es ist wichtig, in die Regionen zu gehen und mit den Leuten vor Ort zu sprechen, ihnen insbesondere aufmerksam zuzuhören”, erklärte Minister Voigtsberger.

Unter dem Strich fiel das Fazit nach „interessanten Gesprächen”, wie Voigtsberger betonte, durchaus positiv aus. „Aachen hat viele Chancen. Hier ist einiges möglich”, so der NRW-Wirtschaftsminister.

Viel Positives kam auf den Tisch: Die Kooperation zwischen Wirtschaft und Hochschule funktioniere, könne aber besonders in Sachen Kommunikation noch ausgebaut werden.

Kritisiert wurde seitens der Unternehmen die Bürokratisierung des Förderwesens. „Hier kam oftmals die Frage auf, inwieweit die Förderung überhaupt noch wichtig sei, und ob die Subventionierung generell künftig noch als sinnvoll bezeichnet werden könne”, verriet Harry Voigtsberger.

Auch in Sachen Infrastruktur sei leise Kritik aufgekommen. „Das Autobahnkreuz ist natürlich aufgrund des derzeitigen Umbaus ein Problem, doch da ist Aachen nicht alleine in NRW. Auch die Diskussion über ein mögliches drittes Gleis in Aachen ist bei den mittelständischen Betrieben ein Thema.” (Siehe: „Die Seite 3”)

Ein Aspekt sorgte bei Voigtsberger während des Dialogs dann doch für Stirnrunzeln: das Thema Fachkräftemängel. Seit geraumer Zeit wird dieser deutschlandweit als Zukunftsproblem betitelt.

Auch an Aachen scheint diese Problematik trotz der Ausstrahlung der Hochschule nicht spurlos vorbeizugehen. „Da war ich schon ein wenig überrascht. Man könnte meinen, Aachen sei diesbezüglich mit seinen Möglichkeiten der RWTH ein Schlaraffenland. Dem ist wohl nicht so”, musste der NRW-Wirtschaftsminister feststellen.

Autofertigung in Aachen?

Ein Modell mit großen Zukunftschancen sei jedoch zweifelsfrei die Elektromobilität in Aachen, speziell der „Street-Scooter”. „Die E-Mobilität schafft regionale Identität”, meint Städteregionsrat Helmut Etschenberg.

NRW-Minister Harry Voigtsberger geht diesbezüglich sogar noch einen Schritt weiter: „In den 1920er Jahren war Aachen ein wichtiger Automobilstandort. Die Autofertigung wieder mehr nach Nordrhein-Westfalen zu holen, vielleicht sogar nach Aachen, kann man durchaus auf lange Sicht gesehen ins Auge fassen”, so Voigtsberger.

Für das kommende Jahr ist übrigens der dritte Mittelstandsdialog geplant. „Dann geht es ins Münsterland”, verriet der Minister.
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