Explosive Pikrinsäure am Recyclinghof: Großeinsatz

Von: Stephan Mohne
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Explosionsgefahr: Feuerwehr und Polizei rückten Dienstag am Recyclinghof in der Kellershaustraße an, weil jemand gefährliche Pikrinsäure angegeben hatte. Foto: Ralf Roeger

Eilendorf. Am Mittwoch vor einem Jahr wurde der neue Recyclinghof der Stadt feierlich eröffnet. Am Tag vor dem ersten Geburtstag mussten am Dienstagnachmittag jedoch viele Bürger, die an der Kellershaustraße im Gewerbegebiet Eilendorf-Süd Abfall abliefern wollten, unverrichteter Dinge wieder abdrehen.

Der von der AWA betriebene Recyclinghof musste geschlossen und evakuiert werden. Grund: Die Mitarbeiter hatten eine Flasche mit Pikrinsäure – in der Fachsprache der Chemiker eigentlich Trinitrophenol genannt – entdeckt. Und die kann hochexplosiv reagieren, ist „nebenbei“ auch noch sehr giftig.

Kurz vor halb vier hatte laut AWA-Pressesprecher Michael Uhr ein Mann Reststoffe angeliefert, die wohl aus einer Apotheke stammten. Diese würden normalerweise gesondert entsorgt, so Uhr. Doch da es sich um sehr geringe Mengen gehandelt habe, seien sie diesmal angenommen worden.

In einer der Transportboxen fanden die Mitarbeiter dann den entsprechend beschrifteten Flakon mit der Pikrinsäure. Etwa 40 Gramm in kristalliner Form seien darin gewesen, so Feuerwehreinsatzleiter Markus Mehlkop, der mit seinen Leuten um 15.35 Uhr alarmiert worden war.

Die AWA-Mitarbeiter hatten nämlich sofort richtig erkannt, dass es sich um einen sehr heiklen Stoff handelt, und alle Notfallmaßnahmen eingeleitet. Pikrinsäure findet vor allem in der Farbstoffindustrie oder auch in der Metallverarbeitung Verwendung, kann aber auch als Kontrastmittel in der Mikroskopie eingesetzt werden. Die Kristalle können zum Beispiel bei Stoßeinwirkung detonieren.

Da es sich um einen „explosionsgefährlichen“ Stoff handelt, wurde das Landeskriminalamt eingeschaltet, dessen Experten dafür zuständig sind, Sprengstoffe unschädlich zu machen. Im Fall von Pikrinsäure wird den Kristallen Wasser zugegeben. Das nennt der Fachmann „phlegmatisieren“.

Der Recyclinghof konnte am Dienstag nicht mehr geöffnet werden. Am ersten Geburtstag steht er aber laut Rita Klösges vom städtischen Presseamt wie gewohnt zur Verfügung.

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