Explosive Mischung in der Kappertz-Hölle

Von: Gerd Simons
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Zogen zum Auftakt alle Register bei der Schlüsselloch-Rocknacht: Die Musiker von „T.E.A.“ begeisterten in der „Kappertz-Hölle“. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Mischung macht‘s! Nach dieser Devise hatten die Initiatoren und langjährigen Macher der Schlüsselloch-Rocknacht, Herbert Senden und Peter Kappertz, das Programm der 45. Auflage ihrer in Aachen einzigartigen Veranstaltungsreihe zusammengestellt.

Die Palette reichte von Britpoprock über handgemachte Rockmusik und Punk-Rock bis hin zur Musik der wohl ältesten Crossover-Band der Welt, den Red Hot Chili Peppers. Das Programm, das Ambiente der altehrwürdigen „Kappertz-Hölle“ und das Publikum passten an diesem lauschigen Abend bestens zusammen.

Vier Bands auf der Bühne

Das Salz in der musikalischen Suppe, die die beiden „Chefköche“ Senden und Kappertz angerichtet hatten, waren die Bands T.E.A., The White Elephants, Borderline Society und Freaky Styley, die von ihrer Stilistik und vom Erscheinungsbild her unterschiedlicher nicht hätten sein können. „Das hat seinen besonderen Reiz, sich breit aufzustellen, und es funktioniert“, hatte der 63-jährige Senden im Vorfeld prognostiziert – und er sollte Recht behalten. Die aus Würselener und Aachener Musikern rekrutierte Band T.E.A., die seit mehr als zwei Dekaden mit feinstem melodiösem Britpoprock brilliert, eröffnete den Reigen virtuos. Diesmal kamen die fünf Herren elektrisch über die Rampe. Fast traumwandlerlich rockte sich das Quintett durch sein abwechslungsreiches Repertoire und hinterließ viele strahlende Gesichter. Dies war vor allem der Verdienst von „Mastermind“ Stefan Müller, der die Fäden fest in den Händen hielt und viele Register seines Könnens zog.

Eine echte Premiere feiert die Rocknacht-Gemeinde mit dem Auftritt der White Elephants. Die Band um den Aachener Schauspieler, Sänger und Gitarristen Karsten Meyer hatte ihren ersten Festival-Auftritt und genoss jede Minute davon. Der 48-jährige Meyer, aus dessen Feder alle Songs und Texte stammen und der sich mit dieser Band einen langgehegten Jugendtraum erfüllt hat, verzichtete auf musikalische Schnörkel jedweder Art und ließ es in der Tradition der Rolling Stones und Lou Reeds mächtig krachen. Starke Rückendeckung erhielt er von seinen hochkarätigen Mitstreitern Malcolm Kemp (Gitarre/Gesang), Uwe Böttcher (Bass/Vocals), Yann Le Roux (Schlagzeug), Moritz von Kleist (Saxophon) und Julita Elmas (Gesang). Das Publikum war begeistert.

Pure Live-Energie

Pure Live-Energie versprühte sodann der „flotte Dreier“ Borderline Society mit seinem von Kult-Bands wie den Ramones und Social Distortion beeinflussten Punk.

Obendrauf hatte Senden, der die Rocknacht vor 28 Jahren aus dem Hut gezaubert hat, schließlich eine Cover-Band gesetzt, die für reichlich Stimmung sorgte. Das Quartett Freaky Styley frönte dem Sound und den Songs der US-Legende Red Hot Chili Peppers und demonstrierte mit einer authentischen Show, wie heiß Chili-Schoten sein können. „Es war wieder eine tolle Rocknacht, und die Mischung stimmte. Allerdings hätten die vier Band mehr Zuschauer verdient gehabt“, zog Herbert Senden sein Fazit nach der dritten Rocknacht vor dem Einheitstag.

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