Experte für „Rechtsextremismus und Neonazismus” zu Gast an der KFH

Von: Katrin Haas
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Stellt Islamfeindlichkeit in d
Stellt Islamfeindlichkeit in der Gesellschaft fest: Alexander Häusler referierte auf einer Fachtagung in Aachen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die Thesen von Alexander Häusler, Experte der Fachhochschule Düsseldorf im Fachbereich „Rechtsextremismus und Neonazismus”, sorgen im Publikum für Betroffenheit.

„Deutschland hat im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern ein hohes Potenzial an negativen Einstellungen gegenüber Muslimen”, sagt Alexander Häusler. „Aber hierzulande ist die Schere zwischen antimuslimischen Einstellungen und dem Wahlverhalten am größten.” Das heißt, im Gegensatz zu den europäischen Nachbarländern gibt es noch keine großen einflussreichen rechtspopulistischen Parteien. Aber genauso gefährlich: Die islamfeindlichen Gedanken entstünden innerhalb der Gesellschaft.

Auf der ersten Fachtagung des Arbeitskreises Kritische Soziale Arbeit (AKS) an der Katholischen Hochschule Aachen diskutieren Studenten, Professoren und Praktikanten über das Thema „Rassismus reloaded - Islamfeindlichkeit als gesellschaftliche Praxis”. Der AKS Aachen ist ein Zusammenschluss von Lehrenden und Studierenden des Studiengangs „Soziale Arbeit” und will sich kritisch mit studienrelevanten Themen auseinandersetzen. „Das Thema Rassismus und Islamfeindlichkeit ist ein gesellschaftlich relevantes Thema, was sich auch in Aachen abgezeichnet hat”, sagt Susanne Bücken vom AKS Aachen.

Häusler erklärt in seinem Vortrag, dass der moderne Rassismus eine immer kulturellere Note bekommt. Nach außen hin lehnen die modernen Rechtspopulisten den Antisemitismus ab, in Wahrheit aber vermischen sich die traditionellen Feindbilder (Juden, Linke, Ausländer) mit den neuen Feindbildern (Muslime, Multikulturalität), ein Beispiel dafür sei auch der Attentäter Anders Behring Breivik. „Die Demokratie wird als Podium benutzt zu Demokratiebeschädigung”, sagt Häusler, denn die Rechtspopulisten befürworten taktisch die direkte Demokratie, um den gesellschaftlichen Diskurs nach rechts zu verschieben. „Die Bedrohung von rechts außen wird sich eher in der Zunahme von Alltagskonflikten zeigen”, sagt Häusler. Hier sei eine offene Auseinandersetzung mit Kulturkampfparolen wichtig.

Genau hier knüpft die anschließende Diskussion an: was bedeuten diese Erkenntnisse für das Lehrfach „Soziale Arbeit”? Die Referentin Iman Attia von der „Alice Salomon Hochschule Berlin” erklärt: „Die Ängste und Unsicherheiten müssen in den konkreten Fällen gelöst werden.” Auch das Verbot der Kameradschaft Aachener Land diskutieren die Teilnehmer, „dass die Rechtsextremen auch im Alltag bedrohlich sind, ist eine Entwicklung, die zu sehr aus dem Blick geraten ist”, stellt Häusler fest.
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