Ex-Roncalli-Café: Jetzt soll der Erfolg her

Von: Oliver Schmetz
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Prachtvolle Fassade, hinter der schon viele gastronomische Ideen floppten: Im ehemaligen Roncalli-Café an der Theaterstraße soll zum Jahresende das „Bona‘me“ mit türkisch-kurdischer Küche eröffnen – ein Konzept, das in Köln erfolgreich läuft. Foto: Andreas Herrmann
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Neue Besitzer, neue Mieter: Jürgen und Iris Schmitter (mit Tochter Sarah, links) haben den Prunkbau an der Theaterstraße gekauft, Hüseyin, Munise und Ceyhun Dogan wollen ihn Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Es war so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Denn eigentlich wollten Hüseyin Dogan und seine Geschwister Munise, Yasemin und Ceyhun – seit vielen Jahren erfolgreich als Gastronomen in Köln tätig – ihre bundesweite Expansion nicht unbedingt in Aachen starten. Eher hatte und hat man da Städte wie Hamburg, Berlin und Düsseldorf im Blick.

Doch dann war da dieses prachtvolle Gebäude in Aachen, das ein Makler anbot, und die Metropolen hatten erst einmal das Nachsehen: „Wir haben uns wegen dieses schönen Hauses für Aachen entschieden“, sagt Hüseyin Dogan – und leitet damit in dem historischen Prunkbau an der Theaterstraße 17, der einst als Café Roncalli Schlagzeilen machte, ein neues Kapitel ein.

Mit türkisch-kurdischer Küche wollen die Geschwister Dogan nun ab Ende des Jahres an einem Standort Erfolg haben, über den in den vergangenen 16 Jahren vieles geschrieben wurde – bloß keine Erfolgsgeschichten. 1888 von der Deutschen Reichsbank errichtet, 1998 mit viel Brimborium und noch mehr Prominenz als Café Roncalli eröffnet (und schon drei Jahre später wieder geschlossen), zuletzt als „Nachtgalerie“ und „Stairs“ heruntergewirtschaftet und seit Oktober vorigen Jahres vollkommen leerstehend: Die jüngere Geschichte der edlen Location liest sich gruselig, doch Hüseyin Dogan schreckt das nicht ab. „Wir machen das mit Herzblut, und wenn man mit vollem Herzen dabei ist, dann klappt das auch.“

Dabei nährt sich sein Optimismus nicht nur aus Leidenschaft, sondern gründet auch auf einem Konzept, das sich in Köln so gut bewährt hat, dass die Gastronomenfamilie in den kommenden fünf Jahren die gesamte Bundesrepublik in den Blick nehmen will: „Bona‘me“ heißen die beiden Restaurants mit fast 100 Mitarbeitern, die die Geschwister in Köln im Rheinauhafen und am Kennedyplatz betreiben. Das ist Kurdisch, bedeutet „unser Haus“ und steht für eine „moderne türkisch-kurdische Küche“, deren Gerichte sich preislich alle unter zehn Euro bewegen. Zum Konzept gehören offene Küchenbereiche, „Show-Cooking“ an diversen Kochstationen, gemütliche Loungebereiche und vieles mehr. „Alles wird vor den Augen des Gastes zubereitet“, sagt Hüseyin Dogan. Und nicht weniger als 600 bis 700 Gäste will man später einmal Tag für Tag zwischen 10 und 24 Uhr auf den 1000 Quadratmetern Restaurantfläche an der Theaterstraße begrüßen.

Bis das Aachener „Bona‘me“ aber Ende des Jahres eröffnet, stehen in der denkmalgeschützten Lokalität noch umfangreiche Umbauarbeiten an. „Wir werden im Gespräch mit der Stadt alles hinterfragen“, kündigt Dogan an. Mindestens 1,5 Millionen Euro wollen die neuen Betreiber als Mieter investieren, der Mietvertrag läuft über 20 Jahre – „das zeigt, dass wir an diesen Standort glauben“.

Und das freut auch den Aachener Unternehmer und AKV-Senator Jürgen Schmitter, der den Prunkbau mit seiner Frau Iris Anfang des Jahres nach fast zweijährigen Verhandlungen aus dem Besitz eines amerikanischen Immobilienfonds herausgekauft hat. „Hier soll eine neue Ära beginnen“, sagt er nun und liegt zumindest in einer Hinsicht mit seinen Mietern auf einer Wellenlänge. Denn um die Immobilie habe er sich so bemüht, sagt er, „weil sie so schön ist“ – also auch ein klarer Fall von Liebhaberei.

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